Gold: GLD-Bestände steigen auf 1.025,81 Tonnen

Trotz leichter Kursverluste verzeichnen Gold-ETFs massive Zuflüsse. Der SPDR Gold Shares erreicht den höchsten Stand seit neun Wochen, während Fed-Spekulationen den Preis stützen.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • SPDR Gold erreicht Neun-Wochen-Hoch
  • Weltweite ETF-Zuflüsse von 3 Mrd. Dollar
  • Fed-Zinserwartungen treiben Goldnachfrage
  • Notenbanken und Nahost stützen Preis

Während der Goldpreis am Dienstag leicht nachgibt, bauen große Anleger munter weiter Bestände auf. Der größte Gold-ETF der Welt verzeichnet den höchsten Stand seit neun Wochen. Das Muster ist auffällig: Institutionelles Geld strömt zurück in Gold, gerade als der Kurs kurz durchatmet.

Aktuell notiert Gold bei 4.449,80 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht bleibt trotzdem ein Plus von 11 Prozent stehen. Der Rücksetzer wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause nach einem steilen Anstieg als wie eine Trendwende.

SPDR Gold Shares füllt Lager auf

Der SPDR Gold Shares (GLD) stockte sein Inventar innerhalb einer Woche um fast zwölf Tonnen auf. Die Bestände steigen damit die vierte Woche in Folge und erreichen 1.025,81 Tonnen. Netto flossen 1,22 Milliarden US-Dollar in den Fonds.

Der Trend reicht über den GLD hinaus. Weltweit zogen goldgedeckte ETFs im Juli rund 3 Milliarden US-Dollar an. Das kehrte zwei Monate mit Abflüssen um und hob das verwaltete Vermögen auf 530 Milliarden US-Dollar.

Regional dominierte Europa das Geschehen. Europäische Fonds sammelten 2 Milliarden US-Dollar ein, angeführt von Großbritannien mit 875 Millionen US-Dollar und der Schweiz mit 657 Millionen US-Dollar. Asiatische Fonds kauften für 616 Millionen US-Dollar und bleiben damit 2026 die stärkste Zuflussregion.

Der Fonds bleibt trotz der Erholung weit von seinem historischen Rekord entfernt. Im Dezember 2012 hielt der GLD noch 1.351,54 Tonnen Gold. Seit Jahresbeginn liegen die Bestände sogar noch 4,18 Prozent im Minus, der kumulierte Netto-Abfluss summiert sich auf 6,96 Milliarden US-Dollar.

Fed-Erwartungen treiben den Kurs

Der eigentliche Rückenwind für Gold kommt von der Zinspolitik. Die Märkte erwarten inzwischen, dass die Fed ihre Politik im September unverändert lässt. Eine Zinserhöhung bis Jahresende preisen Investoren nicht mehr vollständig ein.

Grund dafür sind mehrere schwache US-Wirtschaftsdaten in Folge. Sie haben die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung merklich gedämpft. Für zinslose Anlagen wie Gold ist das ein klassisches Kaufargument.

Im Fokus der Investoren steht jetzt ein wichtiger Termin. Sie warten auf das Protokoll der Fed-Sitzung vom Juli. Zusätzlich richten sich alle Augen auf Notenbankchef Kevin Warsh, der beim Jackson-Hole-Symposium sprechen wird.

Nahost-Spannungen und Notenbankkäufe stützen zusätzlich

Parallel zur Zinsdebatte sorgt der Nahe Osten für Unsicherheit. Die Aussichten auf ein neues Abkommen zwischen den USA und dem Iran trübten sich ein. Präsident Donald Trump erklärte, an einer Verlängerung des Interims-Friedensabkommens nicht interessiert zu sein.

Auch strukturelle Käufer treiben die Nachfrage. Notenbanken kaufen weiterhin Gold, allen voran China. Zusammen mit der stärkeren Investmentnachfrage ergibt das mehrere Stützpfeiler gleichzeitig für den Goldpreis.

Die kommenden Tage dürften zeigen, wie robust dieser Rückenwind wirklich ist. Sowohl das Fed-Protokoll als auch Warshs Auftritt in Jackson Hole liefern neue Anhaltspunkte zur Zinspolitik. Bleiben die ETF-Zuflüsse auf dem aktuellen Niveau, spricht das für anhaltendes institutionelles Vertrauen in den Aufwärtstrend.

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