Gold: Goldman Sachs senkt Ziel auf 4.900 Dollar
Gold fällt erstmals seit 2025 unter 4.000 US-Dollar. Iran-Abkommen, Zinsangst und russische Verkäufe belasten den Markt massiv.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis unter 4.000 Dollar gefallen
- Iran-Abkommen senkt Kriegsrisiko
- Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
- Russland verkauft große Goldmengen
Der Goldpreis bricht ein. Erstmals seit Ende 2025 fällt das Edelmetall unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Aktuell notiert die Feinunze bei 3.985,61 US-Dollar. Ein rapider Ausverkauf.
US-Präsident Trump hat das Rahmenabkommen mit dem Iran konkretisiert. Ein zollfreier Handel in der Straße von Hormuz entspannt die geopolitische Lage spürbar. Die Folge: Der zuvor eingepreiste Kriegsrisikoaufschlag verpufft.
Parallel dazu drückt die US-Notenbank auf die Bremse. Fed-Chef Kevin Warsh betonte kürzlich die Wichtigkeit der Preisstabilität. Die Finanzmärkte preisen nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ein.
Russischer Verkaufsdruck trifft auf starken Dollar
Ein fester US-Dollar verteuert das Edelmetall für internationale Käufer. Hinzu kommt massiver Verkaufsdruck aus Moskau. Die russische Zentralbank veräußerte bis Mai rund 22 Tonnen Gold.
Russland braucht dringend Liquidität, um Haushaltsdefizite und steigende Kriegskosten zu decken. Das Land trennt sich daher in großem Stil von seinen liquidesten Reserven. Im laufenden Jahr flossen so bereits 700.000 Unzen auf den Weltmarkt.
Analysten streichen Kursziele
Die veränderten Rahmenbedingungen zwingen Analysten zum Handeln. Goldman Sachs kappt das Jahresendziel drastisch von 5.400 auf 4.900 US-Dollar.
Die Bank of America rudert ebenfalls zurück. Ein kurzfristiger Sprung auf 6.000 US-Dollar gilt dort nun als unwahrscheinlich. Dennoch sehen die Experten Chancen im Sektor. Sie bewerten Goldminenaktien nach dem massiven Kursrutsch als äußerst attraktiv.
Trotz der aktuellen Talfahrt bleibt ein langfristig stützender Faktor bestehen. Eine aktuelle Umfrage des World Gold Council liefert klare Signale. Fast die Hälfte der befragten Zentralbanken plant eigene Bestandsaufstockungen. Besonders Schwellenländer zeigen großen Appetit auf das Edelmetall.
Aus technischer Sicht ist Gold mit einem RSI-Wert von 29,8 massiv überverkauft. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.626 US-Dollar trennen den Kurs mittlerweile fast 29 Prozent. Charttechniker suchen nun nach einem neuen Boden. Hält die erste Unterstützung im Bereich von 3.900 US-Dollar nicht, drohen rasch weitere Abverkäufe. Die Zinsentscheidung der Fed im September definiert den nächsten großen Trend für das Edelmetall.
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