Gold: Hawkishe Fed bremst Höhenflug
Gold korrigiert nach jüngster Rally unter 4.500 Dollar. Fester Dollar und hawkishe Fed-Protokolle belasten, während Anleiherenditen die Verluste begrenzen.

Kurz zusammengefasst
- Gold pausiert unter 4.500 Dollar
- Dollar-Stärke bremst Edelmetall-Rally
- Fed-Protokolle stützen Greenback
- US-Schulden erreichen 40 Billionen Dollar
Gold pausiert knapp unter der Marke von 4.500 Dollar je Feinunze. Nach einer Rally, die das Edelmetall auf den höchsten Stand seit Ende Mai trieb, kommen nun Gewinnmitnahmen ins Spiel. Der Auslöser: ein fester werdender Dollar, der den Vorwärtsdrang erst einmal ausbremst.
Fed-Protokolle drücken auf die Stimmung
Hawkishe Töne aus den jüngsten FOMC-Sitzungsprotokollen stützen den Dollar und setzen Gold damit unter Druck. Hinzu kommen inflationsbedingte Risiken durch den Ölpreis sowie die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran, die den Greenback zusätzlich befeuert. Nachgebende US-Anleiherenditen könnten diesen Dollar-Schub allerdings begrenzen — und damit auch die Verluste beim gelben Metall in Grenzen halten.
Die Rally der vergangenen Tage hatte einen konkreten Auslöser: Das US-Finanzministerium kündigte an, sein Rückkaufprogramm zur Liquiditätsunterstützung bei länger laufenden Staatsanleihen deutlich auszuweiten.
Vorausgegangen war ein kräftiger Ausverkauf am Anleihemarkt, nachdem Anleger wegen steigender Inflationsrisiken durch den amerikanisch-israelischen Konflikt mit dem Iran höhere Renditen verlangt hatten. Der Dollarindex fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit drei Monaten — ein klassischer Nährboden für steigende Goldpreise.
Verschärft wird die Lage durch wachsende Sorgen um die US-Schuldentragfähigkeit. Die ausstehenden Staatsschulden der USA haben erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten, was neue Warnungen vor fiskalischen Risiken ausgelöst hat. Auf Wochensicht steht bei Gold noch immer ein Plus von knapp drei Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es über 13 Prozent.
Charttechnik: Ausbruch in Arbeit
Aus charttechnischer Sicht hatte Gold lange an einem wichtigen Widerstandsbereich um die 200-Tage-Linie festgehangen, bevor Anfang August kräftige Käufe für Bewegung sorgten. Der Ausbruchsversuch läuft aktuell weiter.
Für den weiteren Verlauf am heutigen Donnerstag rücken US-Konjunkturdaten in den Fokus. Der Philadelphia-Fed-Index sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnten zeigen, ob die restriktive Fed-Rhetorik durch schwächere Realwirtschaftsdaten relativiert wird. Fällt die Reaktion am Anleihemarkt entsprechend aus, dürfte das dem Goldpreis neuen Spielraum nach oben verschaffen.
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