Gold: Hongkong startet Clearing-System

Hongkong testet neues Gold-Clearing-System, während Chinas Zentralbank ihre Reserven weiter aufstockt. Der Goldpreis zeigt erste Stabilisierungstendenzen.

Redaktion Stock-World ·
Ein Stapel glänzender Goldbarren mit der verschwommenen Skyline von Hongkong im Hintergrund, die goldenes Licht reflektiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neues Clearing-System in Hongkong
  • PBoC kauft seit 20 Monaten Gold
  • Goldpreis erholt sich nach Einbruch
  • Rund-um-die-Uhr-Handel startet

Hongkong startet einen Testlauf, der den globalen Goldhandel neu ordnen könnte. Ein zentrales Clearing-System nahm am Dienstag den Betrieb auf. Erste Transaktionen liefen bereits erfolgreich, die Region will damit ihre Rolle als globaler Handelsplatz für Gold festigen.

Neue Infrastruktur für den Goldhandel

Das „Hong Kong Gold Central Clearing and Settlement System“ begann am Dienstag mit dem Testbetrieb. Zu den ersten Teilnehmern zählt die Bank Standard Chartered. Auch Chow Sang Sang, Haitong International Securities und JD Technology sind in der Pilotphase dabei.

Das System soll Effizienz und Transparenz im außerbörslichen Goldhandel erhöhen. Bloomberg ergänzt die Infrastruktur mit einem neuen Preiscode namens „HAU“. Er liefert Echtzeit-Preise für Gold während der asiatischen Handelsstunden.

Hinzu kommt eine engere Verbindung zur Shanghai Gold Exchange. Ein sogenannter „Delivery Connect“ soll den grenzüberschreitenden physischen Transfer und die Lagerung erleichtern. Das Ziel: Hongkong als Drehscheibe zwischen Ost und West etablieren.

PBoC kauft seit 20 Monaten ununterbrochen

Im Juni 2026 erhöhte die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven um 480.000 Feinunzen. Damit stockte die PBoC ihre Bestände den zwanzigsten Monat in Folge auf.

Chinas offizielle Goldreserven stiegen auf 75,44 Millionen Unzen. Der Gesamtwert liegt bei rund 303,72 Milliarden USD, niedriger als im Vormonat. Der Rückgang stammt allein aus der Kursentwicklung, nicht aus Verkäufen.

Der Goldpreis war im Juni zeitweise unter die Marke von 4.000 USD je Feinunze gerutscht. Trotzdem hält China an seiner Kaufstrategie fest.

Preis stabilisiert sich nach heftigem Einbruch

Gold notiert aktuell bei 4.153,70 USD je Feinunze, ein Minus von 0,55 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht dennoch ein Plus von 3,28 Prozent zu Buche.

Der Juni brachte mit einem Minus von rund 12 Prozent den stärksten Monatsrückgang seit Jahren. Die aktuelle Stabilisierung wirkt entsprechend fragil.

Zum 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 USD aus dem Januar fehlen dem Preis noch 26,18 Prozent. Zum Jahrestief von 3.901,30 USD aus dem Oktober beträgt der Abstand dagegen nur 6,47 Prozent. Der RSI von 44,5 zeigt derzeit weder Über- noch Unterbewertung an.

Auch die gleitenden Durchschnitte zeichnen ein klares Bild. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.395,48 USD, der 200-Tage-Durchschnitt bei 4.539,26 USD. Gold notiert damit unter beiden Linien, die Volatilität bleibt mit 27,48 Prozent auf Jahressicht hoch.

Marktteilnehmer bleiben vorsichtig. Die Zinspolitik der US-Notenbank sorgt weiter für Unsicherheit.

Der Euro gab gegenüber dem Dollar leicht nach und notierte zuletzt bei 1,1428 USD. In Deutschland stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,97 Prozent. Grund waren überraschend starke Industriedaten, die Produktion legte im Mai um 0,9 Prozent zum Vormonat zu. Steigende Anleiherenditen schmälern die Attraktivität von Gold, das selbst keine Zinsen zahlt.

Rund-um-die-Uhr-Handel für Privatanleger

Auch für kurzfristig orientierte Trader tut sich etwas. Der Broker Vantage brachte zeitgleich mit den Entwicklungen in Asien ein neues CFD-Produkt namens „XAUUSD247“ auf den Markt. Es ermöglicht erstmals einen durchgehenden Handel rund um die Uhr.

Das Produkt reagiert auf zwei Trends: die gestiegene Volatilität und die Verschiebung der Handelsaktivität nach Asien. Physische Infrastruktur und neue Derivate wachsen damit parallel zusammen.

Der Goldmarkt bekommt so gleich zwei neue Handelsachsen. Eine institutionelle in Hongkong, eine private über neue CFD-Produkte. Beide zielen auf denselben Trend: die wachsende Bedeutung des asiatischen Handelstages für den Goldpreis.

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