Gold: Hormus-Schock!
Höhere Energiepreise und Renditen drücken Gold; Prognosen für 2027 steigen, während US-Daten im November neue Hinweise liefern.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert am Freitag 3,6 Prozent
- Öl verteuert sich nach Tankerangriff
- Goldprognose 2026 sinkt auf 4.495 US-Dollar
- US-Arbeitsmarktdaten folgen am 6. November
Höhere Ölpreise und anhaltende Inflationssorgen haben Gold am Freitag belastet: Die Tagesveränderung betrug -3,6%. Reuters zufolge verstärkte die Verteuerung von Energie die Erwartung weiterer US-Zinserhöhungen. Damit gerät das unverzinsliche Edelmetall trotz geopolitischer Unsicherheit unter Druck. Für Anleger entscheidet kurzfristig vor allem der Zinsausblick darüber, ob die Nachfrage den Verkaufsdruck auffangen kann.
Energiepreise verschärfen den Gegenwind
Ein Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus verschärfte laut Reuters die Sorge um die Ölversorgung. Für Gold wirkt diese Entwicklung über den Inflationskanal belastend: Höhere Energiepreise stützen die Erwartung länger hoher Zinsen. Das erschwert die Lage für das Edelmetall, das selbst keine laufenden Zinserträge abwirft.
Der Gegenwind beschränkt sich nicht auf den Ölmarkt. Im Goldreport vom Freitag führte pro aurum den Verkaufsdruck auch auf gestiegene Anleiherenditen und einen starken US-Dollar zurück. Die Nachfrage von börsengehandelten Goldfonds und Zentralbanken müsse weiterhin die Verkäufe spekulativer Marktteilnehmer ausgleichen.
Damit stehen sich unterschiedliche Kräfte gegenüber. Während Zinsen und Dollar den Markt kurzfristig belasten, liefert die Nachfrage langfristig orientierter Käufer Unterstützung. Dass diese Käufe den Verkaufsdruck vollständig auffangen, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Prognosen trennen kurzfristigen Druck und Erholung
Auch die jüngsten Prognosen spiegeln diese Spannung wider. In der am Dienstag veröffentlichten Reuters-Umfrage sank der Median der Goldpreisprognose für dieses Jahr auf 4.495 US-Dollar je Feinunze. Für 2027 stieg er dagegen auf 4.650 US-Dollar.
Reuters nannte hohe US-Staatsanleiherenditen, einen starken Dollar und länger hohe Zinsen als Gründe für die gesenkte Prognose für das laufende Jahr. Die Erwartungen für das Folgejahr zeigen dagegen, dass die Befragten den kurzfristigen Gegenwind nicht unverändert fortschreiben.
UBS prognostizierte am 20. Oktober einen Goldpreis von 5.400 US-Dollar je Unze bis September 2027. Als Stützen nannte das Haus Zentralbankkäufe, die Diversifizierung von Währungsreserven, hohe Staatsverschuldung und geopolitische Unsicherheit.
Für die nahe Frist verwies UBS allerdings ebenfalls auf hohe Realrenditen und einen festen Dollar. Die optimistische längerfristige Einschätzung ist damit keine Entwarnung für die unmittelbar bevorstehenden Handelstage.
DZ BANK erwartete am 16. Oktober für das Jahresende rund 4.300 US-Dollar je Feinunze. Auf Jahressicht sah das Haus Potenzial für etwa 5.000 US-Dollar. Neben Zentralbankkäufen zählte später nachlassender Inflationsdruck zu den erwarteten Stützen.
US-Daten werden zum nächsten Prüfstein
Der nächste wichtige Termin für den Zinsausblick ist der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober am 6. November. Am 10. November folgen die US-Verbraucherpreise für Oktober.
Beide Veröffentlichungen können neue Hinweise darauf liefern, wie hartnäckig der Inflationsdruck bleibt und welchen Spielraum die Fed hat. Für Gold liegt darin der zentrale Prüfstein: Die längerfristigen Kaufargumente bestehen fort, kurzfristig müssen sie sich gegen die Erwartung hoher Zinsen behaupten.
Stand heute, 1. November: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.