Gold: HSBC senkt Prognose für 2026

Trotz geopolitischer Spannungen fällt der Goldpreis aufgrund von Zinserwartungen und starkem Dollar. HSBC senkt die Prognosen deutlich.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Goldbarren auf einer dunklen Oberfläche mit einem angedeuteten, abfallenden Diagramm im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold verzeichnet Wochenverlust
  • HSBC kürzt Preisprognosen
  • China baut Goldreserven aus
  • Fed-Zinspolitik im Fokus

Spannungen im Nahen Osten heizen normalerweise die Nachfrage nach Gold an. Diesmal nicht. Das Edelmetall steuert stattdessen auf einen Wochenverlust zu, weil Anleger vor allem eines fürchten: steigende Zinsen.

Der Goldpreis notiert aktuell bei 4.118,80 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 0,33 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,64 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat Gold bereits 5,14 Prozent verloren – ein deutlicher Kontrast zum Rekordhoch von 5.626,80 US-Dollar Ende Januar.

HSBC kappt Prognose deutlich

Die Bank HSBC hat ihre Preisschätzungen für Gold spürbar gesenkt. Für 2026 rechnet die Bank nun mit durchschnittlich 4.560 US-Dollar je Unze, zuvor waren es 4.864 Dollar. Auch die Prognose für 2027 sinkt, von 5.000 auf 4.925 Dollar.

Chefanalyst James Steel begründet den Schritt mit der Kombination aus Zinserwartungen und einem starken Dollar. Beide Faktoren blieben Bremsklötze für den Goldpreis, selbst wenn der Markt sie bereits größtenteils eingepreist habe.

Auch die Charttechnik gibt kein positives Signal. Gold notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 4.365 Dollar, dem 100-Tage-Durchschnitt bei 4.599 Dollar und dem 200-Tage-Durchschnitt bei 4.539 Dollar. Der Relative Strength Index liegt bei 43 und damit unter der neutralen Marke von 50.

Der Nahost-Konflikt verändert die Spielregeln

Seit Ausbruch des US-Iran-Kriegs im Februar reagiert Gold anders als gewohnt. Statt als Krisenwährung zu punkten, verhält sich das Metall zunehmend wie ein zinssensitives Instrument. Die Kursbewegungen folgen vor allem der Neubewertung der Fed-Zinspolitik.

Die Folge: Gold verzeichnete seine schwächste Quartalsperformance seit dreizehn Jahren. Nach einer zweijährigen Rallye nehmen viele Händler nun einfach Gewinne mit.

Die Lage am Golf bleibt fragil. Das schürt Sorgen vor einer energiegetriebenen Inflation. Selbst wenn sich die geopolitische Lage entspannt und die Ölpreise fallen, dürfte die US-Notenbank an ihrem restriktiven Kurs festhalten. Das Ziel bleibt eine Inflation von zwei Prozent.

China kauft weiter, Hongkong baut Infrastruktur aus

Während kurzfristige Faktoren belasten, bleibt die strukturelle Nachfrage stabil. Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldkäufe im 20. Monat in Folge fortgesetzt. Die Reserven stiegen bis Ende Juni auf 75,44 Millionen Feinunzen, nach 74,96 Millionen im Vormonat.

Parallel entsteht in Asien neue Marktinfrastruktur. Hongkong hat am Dienstag ein zentrales Clearing-System für Gold gestartet und den Handel mit Gold-Futures wiederbelebt. Die Stadt will sich damit als regionaler Reserve-Hub für Edelmetalle positionieren.

Fed-Erwartungen im Fokus

Laut dem CME FedWatch Tool preist der Markt aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent für eine restriktivere Zinshaltung bei der Septembersitzung ein. Im Fokus stehen nun die US-Verbraucherpreisdaten, die kommenden Dienstag veröffentlicht werden.

Diese Daten dürften zeigen, wie stark der Inflationsdruck aktuell wirklich ist. Fallen sie höher aus als erwartet, dürfte der Druck auf Gold zunehmen – trotz der andauernden Nachfrage aus China und der fragilen Lage im Nahen Osten.

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