Gold: Inflationsdaten als Prüfstein?
Goldfonds verzeichneten im Oktober Zuflüsse, während höhere Renditen den Preis belasteten; der US-Verbraucherpreisindex erscheint am 10. November.

Kurz zusammengefasst
- US-Inflationsdaten erscheinen am 10. November
- Goldpreis schloss bei 4.063,65 US-Dollar
- Gold-ETFs erhielten 2,7 Milliarden US-Dollar
- COMEX-Netto-Long-Positionen gingen um 94 Tonnen zurück
Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten haben den Zinsdruck auf Gold verstärkt. Gleichzeitig stützen Zuflüsse in physisch besicherte Goldfonds die Nachfrage. Damit richtet sich der Blick auf die nächsten US-Inflationszahlen: Sie könnten darüber entscheiden, ob die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung zusätzlichen Rückhalt bekommt oder nachlässt.
US-Preisdaten werden zum Prüfstein
Das US Bureau of Labor Statistics veröffentlicht den Verbraucherpreisindex für Oktober am 10. November 2026 um 8:30 Uhr US-Ostküstenzeit. Für Gold ist der Termin wichtig, weil die Inflationsentwicklung die Erwartungen an die US-Notenbank und damit auch Dollar und Anleiherenditen beeinflussen kann.
Wie empfindlich das Edelmetall auf diese Verbindung reagiert, zeigte sich am Freitag. Laut Reuters legten Dollar und Treasury-Renditen nach den stärker als erwartet ausgefallenen Beschäftigungszahlen zu. Zugleich nahm die Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember zu. Gold geriet daraufhin unter Druck.
Die US-Wirtschaft schuf im Oktober 165.000 Stellen. Der Goldpreis beendete den Freitag bei 4.063,65 USD je Feinunze und spiegelte damit den erneuten Gegenwind von der Zinsseite wider.
Zuvor hatte dieselbe Wirkungskette in die andere Richtung gearbeitet. Nach den US-Zwischenwahlen stützten ein schwächerer Dollar und sinkende US-Staatsanleiherenditen die Erholung. Laut Reuters dämpften zudem rückläufige Ölpreise die Inflationssorgen. Der Arbeitsmarktbericht stellte diese Entlastung anschließend infrage.
Fondsanleger liefern ein Gegengewicht
Auf der Nachfrageseite steht dem Zinsdruck weiteres Anlegerinteresse gegenüber. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs im Oktober weltweit Zuflüsse von 2,7 Milliarden US-Dollar. Die Bestände erhöhten sich um 19 Tonnen auf 4.275 Tonnen.
Europa führte die Zuflüsse an. Damit liefert die Fondsnachfrage ein Gegengewicht zur Belastung durch höhere US-Renditen. Für eine Fortsetzung der Erholung wäre hilfreich, wenn dieser Rückhalt auch bei einem restriktiveren Zinsausblick bestehen bleibt.
Allerdings fiel die Positionierung am Terminmarkt vorsichtiger aus. Nach Angaben des World Gold Council sanken die COMEX-Netto-Long-Positionen im Oktober um 94 Tonnen auf 560 Tonnen. Der Aufbau physisch besicherter Fondsbestände ging somit mit einem Rückzug bei diesen Terminmarktpositionen einher.
Zwei gegenläufige Kräfte bestimmen den Ausblick
Der Goldmarkt zeigt damit ein geteiltes Bild: Anleger stockten ihre Fondsbestände auf, während die Zinsentwicklung kurzfristig Verkaufsdruck auslöste. Für den weiteren Kursverlauf ist entscheidend, welche dieser Kräfte durch die nächsten Konjunkturdaten Unterstützung erhält.
Der World Gold Council nannte am Dienstag steigende Zinsen und uneinheitliche Inflationserwartungen als mögliche Gegenwinde bis Jahresende. Geopolitische Risiken und Finanzmarktstress könnten dagegen die Nachfrage stützen.
Für Anleger liegt der nächste Prüfpunkt deshalb bei den US-Verbraucherpreisen. Entlastung wäre möglich, sofern die Veröffentlichung die Erwartungen einer weiteren Straffung dämpft. Bekräftigen die Zahlen dagegen den restriktiveren Fed-Ausblick, könnte der Zinsdruck die Wirkung der Fondsnachfrage erneut überlagern.
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