Gold: Iran-Oman-Korridor bewegt den Kurs
Gold steigt auf 4.334 Dollar pro Feinunze, getragen von der Aussicht auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten und schwachen US-Arbeitsmarktdaten.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis erreicht Sieben-Wochen-Hoch
- Hoffnung auf Iran-Deal senkt Risikoprämie
- Schwache US-Arbeitsmarktdaten stützen Zinssenkungserwartungen
- Ölpreis fällt um rund zehn Prozent
Der Goldpreis klettert auf 4.334,40 US-Dollar je Feinunze. Das markiert den höchsten Stand seit sieben Wochen. Der Grund liegt nicht in neuer Nachfrage, sondern in nachlassender Angst. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung zwischen den USA und Iran nimmt dem Markt seine Risikoprämie. Schwache US-Arbeitsmarktdaten verstärken zugleich die Hoffnung auf niedrigere Zinsen.
Iran-Deal drückt den Ölpreis
Präsident Trump sprach am Dienstag von „sehr guten Gesprächen“ zwischen den USA und Iran. Das nährt Hoffnungen auf ein Ende des fünfmonatigen Konflikts. Im Zentrum steht die Straße von Hormus. Trump erklärte, ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Meerenge könne bereits am Mittwoch stehen. Iran verhandelte direkt mit Oman über einen Hormus-Deal. Teheran erlaubte außerdem einigen europäischen Ländern, bei der Minenräumung zu helfen.
Am Donnerstag kam der Durchbruch. Iran und Oman einigten sich auf einen Schifffahrtskorridor durch die Meerenge. Das befeuert die Erwartung steigender Energieflüsse aus dem Nahen Osten. Die Ölpreise sind diese Woche um rund 10 Prozent gefallen. Das dämpft die Inflationssorgen und senkt den Druck auf die Fed, die Zinsen weiter zu straffen.
Schwacher Arbeitsmarkt verstärkt Zinssenkungshoffnungen
Der ADP-Bericht zeigt eine deutliche Abkühlung. Die US-Wirtschaft schuf im Juli nur 44.000 Stellen im privaten Sektor. Das ist der schwächste Wert seit Januar und weit unter der Prognose von 70.000. Trader senken daraufhin ihre Einschätzung für eine Fed-Zinserhöhung im September auf 57 Prozent. Einen Tag zuvor lagen sie noch bei 67 Prozent.
Nicht alle Notenbanker teilen die Zinssenkungsfantasie der Märkte. Fed-Gouverneurin Lisa Cook bekräftigte am Mittwoch ihre Bereitschaft, die Zinsen weiter anzuheben, falls sich die Inflation nicht abkühlt. Die Notenbank könne sich laut Cook nicht den Luxus erlauben abzuwarten. Auch Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid sieht Handlungsbedarf. Zusätzliche Straffung könnte nötig sein, um die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zu bringen.
Insgesamt sind die Markterwartungen für weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr deutlich gesunken. Die Märkte preisen bis Jahresende nur noch eine einzige Erhöhung ein.
Rally über mehrere Handelstage
Der Aufwärtstrend zieht sich über mehrere Sitzungen. Gold steigt am Donnerstag die vierte Sitzung in Folge und legt binnen einer Woche 4,12 Prozent zu. Trotz der Rally liegt der Preis noch 4,40 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der längerfristige Trend hat den jüngsten Sprung also noch nicht vollständig eingeholt.
Die Gemengelage bleibt vielschichtig: nachlassende geopolitische Risiken im Nahen Osten, ein schwächelnder Arbeitsmarkt und eine Fed, die zwischen Zinssenkungsdruck und Inflationssorgen laviert. Der ausstehende Juli-Arbeitsmarktbericht und der Fortgang der US-Iran-Verhandlungen dürften die kurzfristige Preisrichtung bestimmen.
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