Gold: Kevin Warsh übernimmt Fed mit Inflationsproblem

Blockade der Straße von Hormuz treibt Ölpreise, während Kevin Warsh die Fed übernimmt. Gold leidet unter steigenden Realzinsen, bleibt aber als Krisenschutz gefragt.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Ölpreisschock durch Hormuz-Blockade
  • Kevin Warsh neuer Fed-Chef
  • Gold verliert 4 Prozent in einer Woche
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Gold startet in eine heikle Woche. Die Blockade der Straße von Hormuz treibt Energiepreise und Inflationserwartungen nach oben. Genau in diesem Umfeld übernimmt Kevin Warsh die Spitze der US-Notenbank. Für das Edelmetall entsteht ein Spannungsfeld: Krisenschutz bleibt gefragt, höhere Realzinsen bremsen den Preis.

Hormuz-Krise setzt Märkte unter Druck

Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs treffen sich am Montag und Dienstag in Paris. Im Zentrum steht die blockierte Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Routen für Öl und Gas. Eurogroup-Präsident Kyriakos Pierrakakis nannte eine Öffnung der Meerenge und eine dauerhafte Lösung des Konflikts „von höchster Bedeutung“.

Der Ölmarkt reagiert bereits scharf. Brent-Rohöl ist seit Jahresbeginn um 74 Prozent gestiegen. Das nährt die Sorge, dass Energiepreise die Inflation länger hoch halten.

Für Gold ist das ambivalent. Geopolitische Risiken stützen meist die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Steigende Renditen machen das zinslose Edelmetall aber weniger attraktiv. Genau dieser zweite Effekt dominiert aktuell die kurzfristige Marktstimmung.

Warsh startet mit Inflationsproblem

Kevin Warsh übernimmt die Federal Reserve in einem unbequemen Moment. Der US-Senat stimmte seiner Nominierung mit 54 zu 45 Stimmen zu. Die Entscheidung fiel weitgehend entlang der Parteilinien.

Der jüngste US-Verbraucherpreisindex lag bei 3,8 Prozent. Damit bleibt die Teuerung klar über dem Fed-Ziel von 2 Prozent. Höhere Benzinpreise verschärfen den Druck zusätzlich.

Die Anleihemärkte haben bereits reagiert. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe sprang am Freitag um fast 11 Basispunkte auf 5,121 Prozent. Für Gold ist das ein konkretes Problem, weil höhere Realzinsen die Haltekosten erhöhen.

Die Fed hat ihren Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Futures-Märkte preisen für 2026 keine Zinssenkungen mehr ein. Das macht Warshs erste Signale besonders wichtig.

Zentralbanken bleiben Stütze

Am Goldpreis ist der Druck sichtbar. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 4.555,80 US-Dollar. Auf Wochensicht verlor Gold 4,00 Prozent, über 30 Tage sind es 6,21 Prozent.

Auch technisch wirkt der Markt angeschlagen, aber nicht panisch. Gold notiert 3,65 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 49,8 und damit nahe an der neutralen Zone.

Strukturell bleibt die Nachfrage robust. Zentralbanken kauften im ersten Quartal netto rund 244 Tonnen Gold. Die gesamte Goldversorgung stieg im selben Zeitraum nur um 2 Prozent.

Der World Gold Council sieht geopolitische Risiken, Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse weiter als Stützen. Für das Gesamtjahr erwartet er offizielle Käufe in einer Spanne von 700 bis 900 Tonnen. Goldman Sachs setzte sein Ziel für 2026 zuletzt auf 5.400 US-Dollar je Unze.

In dieser Woche treffen zwei Kräfte direkt aufeinander: Paris verhandelt über den Energieschock, Warsh setzt den Ton für die Fed. Solange Hormuz blockiert bleibt und die US-Inflation nicht Richtung Ziel sinkt, dürfte Gold zwischen Krisenprämie und Renditedruck pendeln.

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