Gold: Kippen die Vorzeichen?
Der Goldpreis verliert trotz Konflikt im Nahen Osten, da höhere Inflationserwartungen die Zinspolitik der Notenbanken beeinflussen. Die anstehenden US-Iran-Verhandlungen sind der nächste entscheidende Faktor.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert trotz eskalierender Lage im Nahen Osten
- Höhere Inflationserwartungen belasten Zinsaussichten
- Zentralbanken bleiben strukturell wichtige Käufer
- Ausgang der US-Iran-Gespräche ist entscheidend
Geopolitik stützt Gold normalerweise. Im aktuellen Umfeld funktioniert diese Logik nicht mehr — und das erklärt, warum das Edelmetall trotz eskalierender Lage im Nahen Osten nachgibt.
Gold notiert am Dienstag bei rund 4.808 US-Dollar je Unze, gut 0,7 Prozent unter dem Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 11 Prozent — doch seit dem 52-Wochen-Hoch bei 5.450 Dollar Ende Januar hat das Metall rund 12 Prozent abgegeben.
Wenn Eskalation zur Inflationsfalle wird
Der Mechanismus dahinter ist ungewohnt: Der Konflikt im Nahen Osten hat die Straße von Hormus blockiert, Öl verteuert und die Inflationserwartungen angeheizt. Das erhöht den Druck auf Notenbanken, die Zinsen hochzuhalten — und genau das belastet Gold. Am Montag fiel der Preis zwischenzeitlich um bis zu 2 Prozent, nachdem die US-Marine ein iranisch-geflaggtes Frachtschiff aufgebracht hatte und Teheran mit Angriffen auf Schiffe reagierte.
Laut CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Leitzins im April unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt, bei nahezu 100 Prozent. Kein Spielraum für Zinssenkungen — kein kurzfristiger Rückenwind für Gold.
Nun wartet der Markt auf die zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. Vizepräsident JD Vance soll die US-Delegation erneut anführen, der Iran schickt offenbar ebenfalls Vertreter — eine Kehrtwende gegenüber früheren Signalen. Präsident Trump hat klargestellt: Kommt bis zum Ablauf des Waffenstillstands kein Abkommen, gibt es keine Verlängerung.
Zentralbanken kaufen — aber nicht alle
Strukturell bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein stabiler Faktor. Laut World Gold Council planen 68 Prozent der Zentralbanken, ihre Goldbestände 2026 aufzustocken. Im Februar kauften sie netto 27 Tonnen — auf Höhe des Vorjahresdurchschnitts.
Neue Käufer treten hinzu: Die Bank Negara Malaysia erwarb erstmals seit 2018 wieder Gold, gleich 3 Tonnen auf einen Schlag. Die Bank of Uganda startete im März ein inländisches Kaufprogramm. Für das Gesamtjahr 2026 werden Zentralbankkäufe von rund 800 Tonnen erwartet — etwa ein Viertel der jährlichen Minenproduktion.
Auf der anderen Seite stehen Verkäufer. Die türkische Zentralbank trennte sich allein in zwei Märzwochen von 60 Tonnen Gold — der größte Ausverkauf seit sieben Jahren. Entwicklungsländer, die unter der Energiekrise leiden, liquidieren Reserven zur Währungsstabilisierung. Das hohe Preisniveau bremst zusätzliche Käufe und verschiebt die Gewichtung bestehender Bestände innerhalb der Gesamtreserven.
Waffenstillstand als Weichenstellung
Scheitern die Gespräche in Pakistan und läuft der Waffenstillstand aus, droht eine weitere Eskalation an der Straße von Hormus. Das würde Ölpreise, Inflationserwartungen und geldpolitische Signale weltweit neu kalibrieren — und Gold in ein noch schwierigeres Umfeld drängen. Eine Einigung hingegen könnte den Inflationsdruck rasch mindern und dem Edelmetall zumindest kurzfristig Luft verschaffen.
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