Gold: Kommt nicht voran?
Der Goldpreis zeigt Erholungstendenzen, leidet aber unter hohen Ölpreisen und der Aussicht auf steigende US-Zinsen.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt um 2,1 Prozent
- Blockade der Straße von Hormus treibt Ölpreis
- Fed-Sitzung signalisiert mögliche Zinserhöhung
- Starker Dollar belastet Edelmetall
Der Goldpreis kämpft sich zurück. Nach einem Rücksetzer auf ein Vier-Wochen-Tief zeigt das Edelmetall am Donnerstag erste Erholungstendenzen — doch der Aufwärtsdrang bleibt begrenzt.
Spot-Gold legte bis zum Vormittag um rund 2,1 Prozent auf etwa 4.639 Dollar je Feinunze zu. Damit bleibt der Preis im Monatsverlauf aber noch leicht im Minus. Die Gemengelage ist komplex: Auf der einen Seite stützt ein leicht nachgebender Dollar, auf der anderen Seite drücken gleich mehrere Faktoren auf die Stimmung.
Öl, Inflation, Fed — ein ungemütliches Trio
Im Zentrum steht der Iran-Krieg, der seit mehr als 60 Tagen die Straße von Hormus blockiert. Die gesperrte Meerenge würgt Öllieferungen ab, Brent-Rohöl kletterte zeitweise auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren — zuletzt auf über 113 Dollar je Barrel. Das treibt die Inflation, und steigende Preise sind Gift für ein zinsloses Asset wie Gold.
Die Fed ließ die Zinsen am Mittwoch zwar unverändert, doch die Entscheidung war ungewöhnlich umstritten: Gleich drei Mitglieder des Offenmarktausschusses widersprachen dem Signal einer künftigen Lockerung. An den Märkten hat sich die Erwartungslage seither verschoben — Zinssenkungen in diesem Jahr gelten als nahezu ausgeschlossen. Mehr noch: Eine Wahrscheinlichkeit von über 14 Prozent für eine Zinserhöhung bis Jahresende wird inzwischen eingepreist. Das stärkt den Dollar und macht in Dollar notiertes Gold für internationale Käufer teurer.
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Sichere Häfen im Wettbewerb
Paradoxerweise profitiert der Greenback selbst vom geopolitischen Chaos — Anleger sehen ihn als sicheren Hafen, gestützt durch die Hoffnung, dass die USA als großer Energieexporteur von hohen Ölpreisen weniger hart getroffen werden als andere Volkswirtschaften.
Hinzu kommt die EZB-Sitzung am heutigen Donnerstagnachmittag. Die Inflationsrate in Deutschland stieg im April auf 2,9 Prozent, befeuert durch den Ölpreisschock. Wie Lagarde die Lage einschätzt und ob die EZB eine härtere Linie andeutet, könnte zusätzlichen Druck auf risikoarme Anlagen ausüben.
Gold befindet sich damit in einer Zwickmühle: Der Status als Krisenanker lockt Käufer an, während steigende Realzinserwartungen und ein starker Dollar die Aufwärtsbewegung deckeln. Solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt und die Notenbanken auf Inflationskurs sind, dürfte dieser Widerspruch das Bild bestimmen.
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