Gold: Korrektur sucht ihren Boden
Nach dem Rückgang um gut elf Prozent stabilisiert sich Gold knapp unter 4.200 Dollar; US-Daten könnten die nächste Richtung prägen.

Kurz zusammengefasst
- Sechs starke Tagesverluste binnen neun Monaten
- Gold seit Augusthoch gut elf Prozent niedriger
- US-PCE und Arbeitsmarktbericht als nächste Impulse
- Mögliche Unterstützung zwischen 4.000 und 4.100 Dollar
Sechs Tagesverluste von mehr als drei Prozent in neun Monaten: Eine solche Häufung gab es bei Gold zuletzt 2008. Nach dem Rücksetzer vom Montag pendelt das Edelmetall nun knapp unter 4.200 Dollar seitwärts. Händler warten auf neue Impulse.
Seltene Verlustserie
Am Montag verlor Gold gut 3,5 Prozent. Seit dem Hoch Ende August summiert sich das Minus auf gut elf Prozent, der Kurs liegt rund vier Prozent unter dem Monatsdurchschnitt. Ähnlich viele kräftige Tagesrückgänge registrierte der Markt nur 2008, davor 1982.
Dass der Kurs aktuell nicht weiter abrutscht, hat einen Grund: Nachgebende Renditen von US-Anleihen halten den Dollar unter einem Zweimonatshoch und stützen so das Edelmetall. Dennoch bleiben Gold-Bullen vorsichtig. Am Markt wächst die Wette auf mindestens eine Zinserhöhung der Fed bis zum Jahresende, was zinslose Anlagen wie Gold belastet.
Nun richten sich die Blicke auf die US-PCE-Daten. Sie gelten als wichtiger Hinweis für den weiteren Zinskurs der Notenbank und liefern vor dem NFP-Bericht am Freitag neue Orientierung.
Geopolitik wirkt zwiespältig
Auch die Lage rund um Iran macht die Rechnung komplizierter. Vermittlergespräche nähren Hoffnungen auf eine Entschärfung des sieben Monate dauernden Krieges, eine Vereinbarung über die Straße von Hormus fehlt aber weiter. Ausgerechnet die hohen Energiepreise verstärken den Zinsdruck und arbeiten damit dem klassischen Krisenmetall entgegen.
Technische Marken im Blick
Charttechnisch rückt eine wichtige Zone näher. Zwischen 4.000 und 4.100 Dollar liegt ein Preisbereich mit hohen Handelsumsätzen, der dem Kurs Halt geben könnte. Die Lage ist zudem leicht überverkauft, was für nachlassende Dynamik der Korrektur spricht.
Eine erste Erholungszone sehen Marktbeobachter am 50-Tage-Durchschnitt bei rund 4.300 Dollar. Dort liegt zugleich das umsatzstärkste Preisniveau der vergangenen Monate. Auch die Saisonalität spielt mit: In Zwischenwahljahren zeigen sich November und Dezember bei Gold häufig freundlich.
Silber folgt dem Muster. Bei rund 60 Dollar nähert sich das Metall einer Haltezone bis etwa 57 Dollar, ist aber weniger überverkauft als Gold.
Kurzfristig entscheiden die PCE-Daten und der Arbeitsmarktbericht am Freitag über die Richtung. Hält die Zone um 4.000 Dollar, rückt zunächst der Bereich um 4.300 Dollar in Reichweite.
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