Gold: Marktforschungsergebnisse im Fokus

Der kanadische Goldproduzent Agnico Eagle Mines übernimmt für 3,8 Milliarden US-Dollar Projekte in Finnland, um seine Produktion auszubauen. Der Goldpreis leidet derweil unter einem starken US-Dollar.

Dieter Jaworski ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Übernahmepaket im Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar
  • Ziel ist eine halbe Million Unzen Jahresproduktion
  • Goldpreis unter Druck durch starken US-Dollar
  • Industrie investiert trotzdem in langfristige Reserven

Am Goldmarkt klaffen kurzfristige Preisentwicklung und langfristige Strategie weit auseinander. Während der Spotpreis unter einem starken US-Dollar leidet, investieren Bergbaukonzerne massiv in die Zukunft. Agnico Eagle Mines setzt nun ein gewaltiges Ausrufezeichen.

Konsolidierung in Finnland

Der kanadische Goldproduzent übernimmt die vollständige Kontrolle über den finnischen Goldgürtel. Dafür schnürt das Unternehmen ein Paket aus drei Transaktionen im Gesamtwert von 3,8 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil macht die Übernahme von Rupert Resources aus. Hierfür zahlt Agnico rund 2,9 Milliarden kanadische Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 67 Prozent auf den letzten Schlusskurs.

Hinzu kommen Zukäufe von Aurion Resources und B2Gold-Anteilen. Damit sichert sich der Konzern ein riesiges Gebiet im Norden Finnlands. Im Zentrum steht das Ikkari-Projekt mit geschätzten Reserven von 3,5 Millionen Unzen Gold. Das Ziel: Innerhalb eines Jahrzehnts soll die jährliche Produktion auf eine halbe Million Unzen steigen.

Gegenwind durch Zinsen

An der Börse verpufft diese Aufbruchstimmung derzeit. Der Goldpreis gab am Montag um 0,66 Prozent nach und notiert aktuell bei 4.825,40 US-Dollar. Damit rutscht das Edelmetall auch unter den 50-Tage-Durchschnitt. Hauptgrund ist der starke US-Dollar.

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Die jüngste Eskalation in der Straße von Hormus treibt die Ölpreise rasant nach oben. Das schürt am Markt neue Inflationsängste. Investoren rechnen nun mit länger anhaltenden hohen Zinsen. Diese Aussicht treibt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,26 Prozent. Das macht das unverzinste Gold im Vergleich unattraktiver.

Physische Nachfrage stützt

Die physische Produktion der Minenbetreiber zeigt derweil ein gemischtes Bild. Während einige Quartalsberichte sinkende Fördermengen ausweisen, melden neue Projekte erste Erfolge. Eine wichtige Stütze für den Markt bleiben die kontinuierlichen Käufe der Notenbanken.

Trotz des aktuellen Gegenwinds steht seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von gut elf Prozent auf der Kurstafel. Kurzfristig diktieren die US-Zinspolitik und der starke Dollar die Richtung. Die milliardenschweren Übernahmen zeigen jedoch deutlich: Die Industrie bereitet sich auf langfristig hohe Goldpreise vor und sichert sich jetzt die knappen Reserven.

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