Gold: Mine schlägt Metall
Markus Bußler sieht in der Widerstandskraft der Minenwerte ein mögliches Signal für ihre stärkere Entwicklung bei einer nächsten Aufwärtsbewegung.

Kurz zusammengefasst
- Gold erholte sich ohne deutlichen Schwung
- Fed-Zinsentscheidung stand am Abend bevor
- Dezember-Zinsschritt galt als eingepreist
- Minen hielten sich bei neuen Goldtiefs
Vor der Fed-Entscheidung am Abend hat sich Gold stabilisiert, ohne richtig Fahrt aufzunehmen. Der Kursverlauf ist allerdings nur die halbe Geschichte. Ein Marktbeobachter sieht im Verhältnis zwischen Metall und Minen ein Signal für die nächste Aufwärtsbewegung.
Erholung ohne Schwung
Die Zinsentscheidung der US-Notenbank steht um 18:00 GMT an. Der Goldpreis hat sich in den vergangenen zwei Tagen von seinen niedrigsten Niveaus seit Juli erholt. Geholfen hat ein moderater Rücksetzer bei den Ölpreisen. Erneute Gewinne beim Öl bremsen die Erholung jedoch wieder aus.
Eine Zinsanhebung gilt als unwahrscheinlich. Rund 90 Prozent der Marktteilnehmer rechnen mit unveränderten Zinsen. Marktbeobachter Markus Bußler hält eine Überraschung an dieser Stelle für kaum denkbar: Es sei lange her, dass die Fed den Markt auf dem falschen Fuß erwischt habe.
Dezember im Blick
Mehr Gewicht hat der Ausblick. Zuletzt deutete alles auf zwei Zinsanhebungen im laufenden Jahr hin, die zweite stünde demnach im Dezember an. Der Markt hat diesen Schritt nach Einschätzung von Bußler weitgehend eingepreist.
Das Überraschungspotenzial liegt aus seiner Sicht auf der anderen Seite. Sollte die Fed andeuten, dass die Dezember-Anhebung ausfällt, könnte das eine Rally an den Märkten auslösen. Wahrscheinlicher sei allerdings, dass die Notenbank auf anstehende Daten verweist. Bis zur Dezembersitzung erscheinen noch zwei große US-Arbeitsmarktberichte und zahlreiche Inflationszahlen.
Minen als Frühindikator
Die neunmonatige Korrektur bei Gold war nach Bußlers Lesart vor allem eine Reaktion auf die vorangegangene starke Rally. Die Korrekturziele seien inzwischen erreicht. Nun richte sich der Blick auf mögliche Trendwendesignale, etwa Hinweise auf einen Verzicht auf die Dezember-Anhebung.
Den Bullenmarkt bei Edelmetallen sieht er intakt. Gold und Silber haben zwar neue Tiefs markiert, die Minenwerte großteils aber keine neuen zyklischen Tiefs mehr. Bußler wertet das als Hinweis, dass die Minen in der nächsten Aufwärtsbewegung deutlich besser abschneiden dürften als die Metalle selbst.
Heute Abend liefert die Fed den ersten Test: Kündigt sie für Dezember keine weitere Anhebung mehr an, wäre das genau das Signal, auf das der Markt für eine Trendwende wartet.
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