Gold: Notenbanken kaufen 19 Tonnen

Trotz fallender Kurse stocken Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven auf. Der Trend zur Entdollarisierung treibt die Nachfrage an.

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Ein Stapel glänzender Goldbarren auf einer dunklen Oberfläche, im Hintergrund ein unscharfes Finanzbüro. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis fällt trotz starker Nachfrage
  • Notenbanken kaufen Rekordmengen an Gold
  • China und Polen führen Käuferliste an
  • Hohe US-Zinsen belasten den Goldkurs

Starke Nachfrage, schwache Kurse. Beim Gold klaffen fundamentale Daten und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Während der Preis auf Monatssicht fast sieben Prozent nachgibt, greifen die Notenbanken massiv zu. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

Flucht aus dem Dollar

Der World Gold Council liefert dazu neue Zahlen. 89 Prozent der Reservemanager erwarten steigende globale Goldbestände in den nächsten zwölf Monaten. Ein Rekordwert von 45 Prozent will die eigenen Reserven aktiv aufstocken.

Der Treiber dahinter ist politisch. Als der Westen im Jahr 2022 die russischen Zentralbankguthaben einfror, markierte das einen Wendepunkt. Seitdem beschleunigen Länder wie China ihre Goldkäufe. Im Gegensatz zu Devisen unterliegt das Edelmetall keiner fremden Gerichtsbarkeit. Entsprechend planen fast drei Viertel der befragten Zentralbanken, ihre US-Dollar-Bestände künftig zu reduzieren.

Wer kauft und wer verkauft

Allein im April sammelten die Notenbanken per saldo 19 Tonnen Gold ein. Polen führte das Feld als größter Einzelkäufer an. Parallel dazu erhöhte China sein Tempo spürbar. Die Volksrepublik verzeichnete den 18. Monat in Folge einen Nettozukauf. Auch die tschechische Nationalbank stockt ihre Bestände kontinuierlich auf.

Auf der Verkäuferseite stehen vor allem Russland und die Türkei. Die russischen Verkäufe deuten auf einen wachsenden finanziellen Druck durch den Krieg hin. Die Türkei verkauft hingegen aus innenpolitischen Gründen. Ankara will damit die schwache Lira stützen und die lokale Goldnachfrage steuern.

Zinsen bremsen den Kurs

Trotz der enormen Nachfrage steht der Goldpreis unter Druck. Aktuell notiert die Feinunze bei rund 4.210 US-Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei über 5.600 Dollar im Januar ist der Kurs mittlerweile rund 25 Prozent entfernt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut drei Prozent auf der Anzeigetafel.

Der Hauptgrund für diese Schwäche liegt in den USA. Die amerikanische Notenbank Fed hält den Leitzins weiterhin hoch. Die Inflation bleibt hartnäckig über dem Zielwert von zwei Prozent. Neun der 19 Fed-Mitglieder rechnen in diesem Jahr mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung. Anleger setzen zunehmend auf einen Schritt im September.

Die Experten von Goldman Sachs rechnen in einem neuen Modell damit, dass Notenbanken 2026 durchschnittlich 60 Tonnen Gold pro Monat kaufen. Kurzfristig dominieren jedoch die Zinsängste den Markt. Neue Impulse liefert bereits in dieser Woche der amerikanische PCE-Preisindex. Fällt das bevorzugte Inflationsmaß der Fed höher aus als erwartet, dürfte der Druck auf den Goldpreis weiter zunehmen.

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