Gold: Notenbanken verdrängen US-Treasuries
Gold erreicht dank Hoffnung auf Hormus-Deal und schwachem Dollar den höchsten Stand seit sieben Wochen. Notenbanken stützen den langfristigen Aufwärtstrend.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt um 3,88 Prozent
- Hormus-Einigung rückt näher
- Schwache US-Daten schwächen Dollar
- Notenbanken kaufen weiterhin Gold
Der Goldpreis hat am Mittwoch einen kräftigen Sprung hingelegt und damit seinen höchsten Stand seit sieben Wochen erreicht. Der Schlusskurs von 4.294,60 US-Dollar bedeutete ein Plus von 3,88 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser war die Aussicht auf eine baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus, wie Reuters berichtete.
Iran-Oman-Einigung nährt Hoffnung auf entspannte Energiemärkte
Iran und Oman stehen laut einem Überblick des Handelsblatts kurz vor einer Vereinbarung über die umstrittene Schifffahrtsroute, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft. Die Koordinaten seien geklärt, eine gemeinsame Erklärung stehe fast fertig. Ein Vertreter der Golfstaaten bezifferte die Chance auf eine Einigung bis Freitag mit fifty-fifty. US-Finanzminister Bessent sprach laut einem Bericht von Metapress von der Möglichkeit eines Deals bereits bis Mittwoch, Präsident Trump erklärte, eine Wiederöffnung könne binnen Stunden erfolgen. Offen bleibt allerdings der Streit über Gebühren: Der Iran strebt laut n-tv.de Abgaben von 5 bis 7 Prozent des Frachtwerts an, Oman signalisiert rund 3 Prozent, während die USA jegliche Gebühren ablehnen. Auch die Frage, wer die Kontrolle über einfahrende Schiffe erhält, ist laut einem Bericht der Straits Times noch ungeklärt.
Die nachlassende Sorge vor einer Öleskalation nahm dem schwarzen Gold Druck – WTI-Rohöl gab nach –, während sie dem Edelmetall paradoxerweise Auftrieb verlieh. Denn parallel dazu drückten schwächere US-Konjunkturdaten den Dollar und die Anleiherenditen nach unten, was Gold als zinslose Anlage zusätzlich attraktiv machte. Die ADP-Beschäftigungsdaten für Juli fielen mit rund 44.000 neuen Stellen deutlich schwächer aus als die Konsenserwartung von etwa 75.000, zudem hatte die Federal Reserve ihre Leitzinsen zuvor mit einer 9-3-Abstimmung unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen.
Notenbanken und institutionelle Käufer stützen den langfristigen Trend
Der aktuelle Kurssprung trifft auf einen Markt, der ohnehin von struktureller Nachfrage getragen wird. Nach Daten des World Gold Council erreichte die weltweite Goldnachfrage im dritten Quartal 2025 mit 1.313 Tonnen einen Rekordwert – ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, in Dollar gerechnet sogar 44 Prozent mehr auf rund 146 Milliarden US-Dollar. Notenbanken kauften in diesem Zeitraum 220 Tonnen, ETF-Zuflüsse summierten sich auf 222 Tonnen, während Privatanleger über Münzen und Barren weitere 315,5 Tonnen erwarben.
Diese Käufe fügen sich in einen längerfristigen Wandel der globalen Reservestruktur. Laut Daten der Europäischen Zentralbank hat Gold inzwischen US-Staatsanleihen als größten Bestandteil der weltweiten Zentralbankreserven abgelöst: Gold kommt demnach auf einen Anteil von 27 Prozent, US-Treasuries auf 22 Prozent, der Euro auf 15 Prozent. Notenbanken weltweit halten zusammen mehr als 36.000 Tonnen Gold. Zwischen 2022 und 2024 kauften sie jeweils über 1.000 Tonnen jährlich hinzu, 2025 waren es noch 863 Tonnen – Polen allein erwarb mehr als 100 Tonnen.
Ausblick: Abstand zum Rekordhoch bleibt beträchtlich
Trotz der jüngsten Rallye liegt der Goldpreis noch immer 23,12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 US-Dollar, das Ende Januar markiert wurde. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 3.310,10 US-Dollar vom 20. August 2025 hat sich das Edelmetall dagegen bereits um 29,74 Prozent erholt. Für die weitere Richtung dürfte entscheidend sein, ob sich die Hoffnung auf eine Entspannung an der Straße von Hormus tatsächlich in einer belastbaren Einigung materialisiert – oder ob der ungelöste Gebührenstreit zwischen Teheran, Muskat und Washington neue Unsicherheit in die Märkte trägt.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...