Gold: Ölpreis-Falle?

Zentralbanken kauften im September netto rund 63 Tonnen Gold; höhere Ölpreise belasten, während der US-Zinspfad offenbleibt.

Felix Baarz ·
Mehrere glänzende Goldbarren, die ordentlich in einem Tresor gestapelt sind. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold schloss bei 4.134,08 US-Dollar
  • Ölpreisanstieg schürte Inflationssorgen
  • Notenbanksitzung findet am 27.–28. Oktober statt
  • Zentralbanken erwarben im September netto 63 Tonnen

Gold hat sich gestern trotz höherer Ölpreise und neuer Inflationssorgen weitgehend stabilisiert. Eine Entwarnung lässt sich daraus nicht ableiten: Reuters zufolge belasteten die Spannungen im Nahen Osten über den Ölmarkt das Edelmetall. Zugleich richtet sich die Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Sitzung der US-Notenbank. Die kräftigen Goldkäufe von Zentralbanken bilden dazu einen Gegenpol, beseitigen die kurzfristigen Belastungen aber nicht.

Stabilisierung nach zwischenzeitlichem Rückgang

Reuters berichtete gestern, Gold sei nach einem Rückgang auf den tiefsten Stand seit dem 15. Oktober weitgehend stabil geblieben. Der Schlusskurs lag bei 4.134,08 USD je Feinunze. Damit steht die Stabilisierung zunächst neben den Belastungsfaktoren, nicht für deren Auflösung.

Bemerkenswert ist dabei die Rolle der geopolitischen Spannungen. Im gestrigen Handel standen laut Reuters die höheren Ölpreise und die damit verbundenen Inflationssorgen im Vordergrund. Die Nahost-Lage wirkte in dieser Konstellation somit als Belastung für Gold.

Der nächste konkrete Termin ist die Sitzung des Offenmarktausschusses am 27.–28. Oktober. Goldmarktteilnehmer achten Reuters zufolge auf Hinweise zum weiteren Zinspfad. Entscheidend ist damit nicht allein die Entwicklung des Ölpreises, sondern auch die geldpolitische Einordnung vor diesem Hintergrund.

Eine bestimmte Zinsentscheidung lässt sich daraus nicht ableiten. Für Anleger sind die Belastung durch höhere Ölpreise und die Erwartungen an die Notenbank deshalb getrennt zu betrachten.

Zentralbanken liefern einen Gegenpol

Auf der Nachfrageseite stehen umfangreiche Reservekäufe. Nach vorläufigen Zahlen kauften Zentralbanken im September rund 63 Tonnen Gold netto. Die Financial Times bezeichnete dies als höchsten Monatswert seit November 2024. Die Zusammenstellung beruht auf Zentralbank- und IWF-Daten.

China trug zu dieser Nachfrage bei. Die People’s Bank of China meldete für September einen Zukauf von 23 Tonnen. Das war ihr größter Monatszukauf seit Oktober 2023.

Diese Käufe zeigen eine andere Seite des Goldmarktes als die kurzfristigen Preisbelastungen. Sie dokumentieren Nachfrage nach dem Edelmetall, liefern aber keinen Beleg dafür, dass Ölpreis- und Zinssorgen bereits überwunden sind.

Für die Einordnung bleibt deshalb die Unterscheidung wichtig: Die Reservekäufe betreffen September, die jüngste Belastung entstand im Umfeld höherer Ölpreise. Gold steht damit zwischen dokumentierter Zentralbanknachfrage und offenen geldpolitischen Fragen. Die gestrige Stabilisierung allein löst diesen Gegensatz nicht auf.

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