Gold: Polen kauft 64 Tonnen seit Jahresbeginn

Gold fällt um 0,85 Prozent, bleibt aber auf Wochensicht im Plus. Notenbanken kaufen weiter, Fed-Protokolle im Fokus.

Redaktion Stock-World ·
Ein großer Stapel glänzender Goldbarren mit einer angedeuteten polnischen Flagge im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis gibt 0,85 Prozent nach
  • Wochenplus von knapp drei Prozent
  • Notenbanken stocken Reserven auf
  • Fed-Protokolle als nächster Impuls

Der Goldpreis fällt am Montag um 0,85 Prozent auf 4.151,50 US-Dollar je Unze. Das klingt nach Rückschlag. Tatsächlich steht der Rückgang im Kontrast zu einer starken Vorwoche: Auf Sieben-Tage-Sicht liegt Gold noch mit 2,98 Prozent im Plus. Über 30 Tage bleibt aber ein Minus von 4,63 Prozent stehen, seit Jahresbeginn sogar 4,38 Prozent.

Am Freitag schloss das Edelmetall noch bei 4.187,30 US-Dollar. Vom Rekordhoch bei 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar trennen den Goldpreis mittlerweile rund 26 Prozent. Zum Jahrestief im Oktober 2025 beträgt der Abstand dagegen nur gut 6 Prozent. Der 14-Tage-RSI notiert bei 44,4 – ein neutraler Wert ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Signale.

Fed-Kommentare und Hormus-Entspannung stützen kurzfristig

Mehrere Faktoren hatten den Preis zuletzt getrieben. Schwache US-Konjunkturdaten, fallende Ölpreise und Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh dämpften die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen. Am Morgen des 6. Juli kletterte Gold zunächst über 4.200 US-Dollar. Grund waren der US-Arbeitsmarktbericht und eine sich stabilisierende Lage in der Straße von Hormus.

Diese geopolitische Entspannung rückt eine der zentralen Risikoquellen der vergangenen Wochen zumindest kurzfristig in den Hintergrund. Vollständig aufgelöst hat sich die Nervosität der Marktteilnehmer damit aber nicht.

Notenbanken kaufen unbeirrt weiter

Parallel zu den kurzfristigen Impulsen bleibt die strukturelle Nachfrage intakt. Aktuelle Zahlen des World Gold Council für Mai zeigen: Mehrere Notenbanken bauen ihre Goldreserven weiter aus.

  • Usbekistan: 9 Tonnen Zukauf im Mai, 33 Tonnen seit Jahresbeginn – Goldanteil an den Gesamtreserven mittlerweile bei rund 87 Prozent
  • Kasachstan: 7 Tonnen im Mai, 20 Tonnen im Jahresverlauf – Gesamtbestand von 361 Tonnen entspricht 78 Prozent der Reserven
  • Polen: 64 Tonnen seit Jahresbeginn – aktuell größter Käufer unter den genannten Notenbanken
  • China: 25 Tonnen im Jahresverlauf
  • Tschechien: 2 Tonnen im Mai, damit setzt sich eine lange Kaufserie fort

Der Trend bestätigt eine längerfristige Entwicklung: Osteuropäische und zentralasiatische Notenbanken diversifizieren ihre Reserven systematisch weg vom US-Dollar.

Fed-Protokolle und ISM-Daten als nächste Marktbewegung

Diese Woche rückt der Blick auf zentrale US-Konjunkturdaten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Juni steht an. Ebenso werden die Protokolle der Fed-Sitzung vom Juni veröffentlicht – beide Termine dürften neue Hinweise zur Zinspolitik liefern.

Ein leitender Marktanalyst bei Barchart sieht das technische Bild für Gold sich aufhellen. Der Gold-Futures-Kontrakt für August entwickle neue Aufwärtsdynamik, so seine Einschätzung. Auch die wöchentliche Kitco-Umfrage unter Marktbeobachtern zeigt zurückgekehrten Optimismus, nachdem Gold eine vierwöchige Verlustserie beendet hatte.

Geopolitische Risiken bleiben im Hintergrund präsent

Neben der Lage in der Straße von Hormus nennen Marktbeobachter weitere Krisenherde. Spannungen in Venezuela und Iran kommen zu bestehenden Konflikten in der Ukraine, im Sudan und im Nahen Osten hinzu. Solche Unsicherheit stützt für gewöhnlich die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.

Der heutige Rücksetzer ändert daran wenig. Entscheidend für die kommenden Tage dürften die ISM-Daten und die Fed-Protokolle sein – beide Termine liegen noch in dieser Woche.

Anzeige

Stand heute, 17. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 17. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Gold: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Gold Rohstoff

4.186,70 USD

+ 16,60 USD +0,40 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

Ballard Power Aktie: Brennstoffzellen-Bewährung?

Ballard Power Aktie: Brennstoffzellen-Bewährung?

Wasserstoff ·
Siemens Energy Aktie: Kursrückgang durch US-Inflationsdaten erklärt

Siemens Energy Aktie: Kursrückgang durch US-Inflationsdaten erklärt

Energie & Öl ·
Vanguard FTSE All-World ETF: 2,7 Prozent unter Hoch vom 7. Oktober

Vanguard FTSE All-World ETF: 2,7 Prozent unter Hoch vom 7. Oktober

ETFs ·
Plug Power Aktie: 280-MW-Deal mit Arcadia eFuels

Plug Power Aktie: 280-MW-Deal mit Arcadia eFuels

Wasserstoff ·
Red Cat Aktie: Nur Marktwind oder mehr?

Red Cat Aktie: Nur Marktwind oder mehr?

Tech & Software ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
Gold: Nur Verschnaufpause?

Gold: Nur Verschnaufpause?

Forex ·
Gold: ETF-Zuflüsse auf Rekord trotz Preisschwäche

Gold: ETF-Zuflüsse auf Rekord trotz Preisschwäche

ETFs ·
Gold: Inflationsdaten am 14. Oktober entscheidend

Gold: Inflationsdaten am 14. Oktober entscheidend

Gold & Edelmetalle ·
Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Forex ·
Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold & Edelmetalle ·