Gold: Renditen-Schock!
Höhere Anleiherenditen und ein festerer Dollar drückten Gold trotz schwächerer US-Arbeitsmarktdaten auf Wochensicht ins Minus.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert wöchentlich 3,4 Prozent
- US-Renditen erreichen höchsten Stand seit 2002
- Im September entstanden 29.000 neue Stellen
- US-Verbraucherpreisdaten folgen am 14. Oktober
Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen haben am Donnerstag den höchsten Stand seit 2002 erreicht und den Goldpreis spürbar unter Druck gesetzt. Zusammen mit einem zulegenden US-Dollar beendete das Edelmetall die Handelswoche mit klaren Verlusten. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Feinunze bei 4.144,04 USD.
Auf Wochensicht ergab sich damit ein Minus von 3,4 Prozent. Am Freitag selbst fiel der Kurs um 0,8 Prozent zurück, nachdem zwischenzeitliche Gewinne im Tagesverlauf wieder vollständig abgegeben wurden.
Für das zinslose Edelmetall bedeuten die gestiegenen Renditen einen schweren Gegenwind. Wenn Staatsanleihen höhere Erträge abwerfen, meiden viele Investoren unverzinsliche Anlagen. Zudem verteuert der stärkere Dollar den Kauf von Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums.
Gedämpfte Zinserwartungen stützen nur kurz
Dabei hatten Konjunkturdaten die Erwartungen an die geldpolitische Straffung der US-Notenbank zuletzt merklich abgekühlt. Laut Reuters sank die am Markt veranschlagte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober von 28 Prozent auf etwa 14 Prozent. Edward Meir vom Brokerhaus Marex begründete die vorübergehende Kurserholung mit diesen gesunkenen Zinserwartungen und einer zeitweisen Dollarschwäche.
Als zentraler Auslöser für diese Neueinschätzung fungierte der gestern veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht. Im September kamen außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Arbeitsplätze hinzu, während von Reuters befragte Ökonomen 90.000 Stellen erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote lag nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics bei 4,2 Prozent.
Die nachlassende Dynamik auf dem Arbeitsmarkt schürt Hoffnungen auf eine behutsamere Geldpolitik der Federal Reserve. Doch die Sorge vor einem längerfristig hohen Zinsniveau wog an den Märkten letztlich schwerer als die schwachen Arbeitsmarktzahlen.
Asiatische Nachfrage und anstehende Makrodaten
Stabilisierende Faktoren kommen derweil von der physischen Nachfrage. Der World Gold Council verwies auf die chinesische Feiertagswoche zu Beginn des Oktobers als wichtigen saisonalen Nachfrageimpuls. In den Vormonaten hatten die hohen Preisniveaus sowie das verhaltene Verbrauchervertrauen die chinesische Schmucknachfrage spürbar gebremst.
Einen weiteren Fingerzeig für die künftige Zinsentwicklung erwarten die Marktteilnehmer Mitte des Monats. Das U.S. Bureau of Labor Statistics legt am 14. Oktober die Verbraucherpreisdaten für September vor. Später im Oktober folgt schließlich der Zinsentscheid der Federal Reserve.
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