Gold: Rogers sieht 50.000 Dollar
Jim Rogers hält 50.000 Dollar je Feinunze für möglich und verweist auf Währungsrisiken, hohe Staatsschulden sowie anhaltende ETF-Zuflüsse.
Kurz zusammengefasst
- Rogers hält 50.000 Dollar für möglich
- US-Schulden übersteigen 40 Billionen Dollar
- Gold-Future steigt auf 4.407,50 Dollar
- ETFs verzeichnen acht Tage Zuflüsse
Während sich der Goldpreis am Freitagmorgen von den Verlusten der Vortage erholt, wirft Investor Jim Rogers eine Zahl in den Raum, die selbst hartgesottene Edelmetallfans aufhorchen lässt: 50.000 Dollar je Feinunze. Absurd, sagt er selbst. Unmöglich, schließt er nicht aus.
Der seit Jahrzehnten aktive Rohstoff-Investor zeichnet im Gespräch mit BullionStar ein unruhiges Bild der globalen Finanzlage. Sein zentrales Argument: Staaten schwächen über eine anhaltend lockere Geldpolitik ihre eigenen Währungen.
Besonders die USA bereiten ihm Sorgen — die Staatsverschuldung liegt inzwischen bei mehr als 40 Billionen Dollar. Wie diese Last ohne eine weitere Ausweitung der Geldmenge tragfähig bleiben soll, hält Rogers für fraglich. Auch Japan kämpft seiner Einschätzung nach mit tiefgreifenden strukturellen Problemen.
Zentralbanken als Vertrauensbarometer
Dass Notenbanken selbst bei den aktuell hohen Preisen weiter Gold kaufen, wertet Rogers als Signal: Das Vertrauen in staatliche Währungen bröckelt. Gold und Silber seien für ihn keine kurzfristigen Handelsobjekte, sondern Vermögensschutz mit langer Geschichte als Krisenanlage. Sinkende Notierungen betrachtet er als Kaufgelegenheit, nicht als Verkaufssignal — seine eigenen Bestände will er grundsätzlich nicht antasten.
Parallel zur Rogers-Einschätzung zeigt sich der Markt am Freitag tatsächlich etwas entspannter. Der Dezember-Future auf Gold legte am Morgen um 7,80 auf 4.407,50 Dollar pro Feinunze zu. Unterstützung kam vom nachgebenden Ölpreis, der die Inflationssorgen dämpft, sowie von rückläufigen Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen.
Zinserhöhung bremst kurzfristig, Nachfrage stützt
Die Fed hatte am Mittwoch erstmals seit 2023 die Zinsen angehoben und weitere Straffungen signalisiert — kurzfristig ein Belastungsfaktor für das unverzinste Edelmetall.
Langfristig sprechen aus Marktsicht jedoch mehrere Faktoren weiter für Gold: steigende Haushaltsdefizite, ein möglicherweise schwächerer Dollar und die Erwartung einer wieder lockereren Fed-Politik im kommenden Jahr. Die Investmentnachfrage untermauert dieses Bild bereits jetzt — Gold-ETFs verzeichneten zuletzt acht Handelstage in Folge Mittelzuflüsse.
Rogers selbst warnt zugleich vor einer möglichen Übertreibung bei Technologiewerten, insbesondere bei Geschäftsmodellen rund um künstliche Intelligenz. Aussagekräftiger als der reine Dollarpreis sei ohnehin die Frage, wie viel Kaufkraft eine Unze Gold tatsächlich verkörpert.
Am Abend richtet sich der Blick der Marktakteure auf den wöchentlichen Commitments-of-Traders-Report der CFTC, der Aufschluss über die Positionierung der großen Handelsteilnehmer bei Gold-Futures gibt.
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