Gold: Ruhe vor dem Ausbruch
Gold pendelt zwischen wichtigen Durchschnittslinien. Fallende Ölpreise und Zinsspekulationen stützen, doch erst ein Ausbruch entscheidet die Richtung.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis seitwärts zwischen 4.080 und 4.135 Dollar
- Ölpreisrutsch nach Trumps Iran-Kurswechsel
- OPEC+ erhöht Förderung ab September
- US-Arbeitsmarktdaten als nächster Impulsgeber
Über 4.050 Dollar hält sich der Goldpreis zum Wochenstart, doch von Anschlusskäufen fehlt jede Spur. Stattdessen dümpelt das Edelmetall in einer engen Spanne zwischen zwei wichtigen Durchschnittslinien – eine klassische Pattsituation zwischen Käufern und Verkäufern.
Eingeklemmt zwischen den Durchschnitten
Auf Stundenbasis kämpft Gold bei rund 4.118 Dollar zwischen dem 50er-Durchschnitt bei 4.081,79 Dollar und dem 200er-Durchschnitt bei 4.131,51 Dollar. Auf Tagesbasis notiert der meistgehandelte Dezember-Future bei 4.112,70 Dollar, ein Plus von 5,70 Dollar zum Wochenschluss. Ein Doji-Kerzenmuster genau an dieser Widerstandszone unterstreicht die Unentschlossenheit im Markt, ein ADX-Wert von nur 15,78 bestätigt die schwache Trendkraft.
Für Charttechniker zählt jetzt vor allem eine Marke: Ein klarer Ausbruch über 4.135 Dollar würde bullische Ziele bis 4.210 Dollar eröffnen, ein Rutsch unter 4.080 Dollar dagegen den Weg Richtung 4.040 Dollar frei machen. Alles dazwischen gilt als Zone für Fehlsignale – Geduld schlägt hier Aktionismus.
Iran-Entspannung drückt Ölpreis und Zinssorgen
Den fundamentalen Hintergrund liefert die Ölseite. Nachdem US-Präsident Donald Trump zunächst auf neue Angriffe gegen den Iran verzichtete und stattdessen auf Gespräche setzte, brachen die Ölpreise zum Wochenauftakt um mehr als fünf Prozent ein. WTI fiel auf 79,43 Dollar, Brent auf 83,18 Dollar. Hinzu kommt die Entscheidung der OPEC+, die Förderquote ab September um rund 188.000 Barrel pro Tag anzuheben.
Die fallenden Energiepreise lindern die Inflationssorgen und nehmen damit Druck von der Erwartung weiterer Zinserhöhungen der Fed – ein Umfeld, das Gold grundsätzlich stützt. Gebremst wird die Rally allerdings vom Dollar, der sich von seinem niedrigsten Stand seit dem 17. Juni moderat erholt hat, nachdem japanische und US-amerikanische Behörden am Devisenmarkt zur Stützung des Yen interveniert hatten.
Diese Woche rückt der US-Arbeitsmarkt in den Fokus. Offene Stellen, der ADP-Bericht, die wöchentlichen Erstanträge und schließlich der offizielle Juli-Arbeitsmarktbericht dürften zeigen, ob die Fed tatsächlich Grund zur Zurückhaltung bei weiteren Zinsschritten hat. Bis dahin bleibt Gold in seiner engen Handelsspanne gefangen – die Entscheidung über die nächste größere Bewegung fällt frühestens mit einem klaren Ausbruch aus der Zone zwischen 4.080 und 4.135 Dollar.
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