Gold: September-Sitzung entscheidet über Fed-Kurs
Der Goldpreis schwankt heftig, belastet durch hawkishe Fed-Vertreter und steigende Ölpreise aufgrund der Nahost-Eskalation.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis schwankt um 4.000 Dollar
- Fed-Vertreter fordern höhere Zinsen
- Nahost-Konflikt treibt Ölpreise
- September-Sitzung der Fed entscheidend
Gold steckt fest zwischen zwei Kräften. Auf der einen Seite treibt die Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise nach oben. Auf der anderen Seite drängen hawkishe Fed-Vertreter auf höhere Zinsen. Das Ergebnis: Der Goldpreis schwankt heftig um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze.
Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.021,30 US-Dollar, ein Plus von 1,03 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Minus von 2,58 Prozent stehen.
Zum bisherigen Jahreshoch im Januar fehlen dem Edelmetall inzwischen 28,53 Prozent.
Falken bei der Fed sorgen für Gegenwind
Dallas-Fed-Präsidentin Lorie Logan fordert eine weitere Zinserhöhung. Vize-Notenbankchef Philip Jefferson signalisiert Unterstützung für eine straffere Geldpolitik, sollte sich die Inflation kurzfristig nicht bessern. Beide Aussagen verschieben die Markterwartung spürbar. Investoren preisen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.
Die Inflationsdaten selbst zeichnen ein widersprüchliches Bild. Verbraucher- und Erzeugerpreise sind im Juni gesunken, vor allem wegen niedrigerer Energiekosten. Die Importpreise sind dagegen überraschend gestiegen.
Nahost-Eskalation treibt Ölpreise und Zinssorgen
Der eigentliche Preisdruck kommt derzeit über die Energiemärkte. Die USA griffen diese Woche mehrfach Ziele im Iran an. Präsident Donald Trump warnte, die USA könnten kommende Woche die iranische Infrastruktur ins Visier nehmen, sollten diplomatische Bemühungen scheitern.
Teheran reagierte mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in Nachbarländern. Das schürt Sorgen um die Sicherheit der Straße von Hormus. Die Folge: Rohöl kletterte auf ein Einmonatshoch.
Höhere Energiekosten verschärfen das Zinsdilemma
Der Zusammenhang zwischen Öl und Gold läuft über die Notenbank. Steigende Energiepreise nähren die Erwartung, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten muss. Das schmälert die Attraktivität von zinslosem Gold.
Es gibt aber eine Gegenkraft. Schwächer als erwartete US-Inflationsdaten haben eine Zinserhöhung im Juli praktisch ausgeschlossen. Das gilt selbst, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh sein Bekenntnis zur Preisstabilität bekräftigt hat.
Die September-Sitzung bleibt damit der entscheidende Termin. Dort zeigt sich, ob die Falken im Offenmarktausschuss die Oberhand behalten.
Leichte Erholung zum Wochenausklang
Zum Ende der Handelswoche kauften Anleger nach dem Rutsch unter die 4.000-Dollar-Marke wieder ein. Der Markt wertet die Bewegung als technische Gegenreaktion, nicht als Trendwende.
Für die kommenden Handelstage bleibt der Interessenkonflikt zwischen geopolitischer Risikoprämie und restriktiver Geldpolitik das bestimmende Thema für den Goldpreis. Aussagen einzelner Fed-Vertreter dürften dabei mindestens so viel Gewicht bekommen wie offizielle Wirtschaftsdaten. Die Fed-Sitzung im September entscheidet, welche Kraft sich am Ende durchsetzt.
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