Gold: Spot-Preis steigt auf 4.570 Dollar

Gold steigt trotz restriktiver Fed-Politik auf über 4.570 Dollar. Ein schwacher Dollar und geopolitische Unsicherheiten treiben die Nachfrage.

Dieter Jaworski ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis steigt auf 4.570 Dollar
  • Fed-Zinswende bremst Rallye nicht
  • Schwacher Dollar stützt Edelmetall
  • Spekulanten reduzieren Long-Positionen

Höhere Zinsen sind normalerweise Gift für Edelmetalle. Bei Gold greift diese alte Börsenregel aktuell nicht. Während die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh eine restriktive Wende vollzieht, zeigt das Edelmetall bemerkenswerte Stärke.

Zum Wochenstart stieg der Spot-Preis um 1,4 Prozent auf gut 4.570 US-Dollar pro Unze. Treiber dieser Bewegung ist ein schwächelnder US-Dollar, der Gold für Käufer außerhalb der USA vergünstigt.

Eigentlich sprächen die geldpolitischen Vorzeichen gegen eine solche Rallye. Die offizielle Vereidigung von Kevin Warsh als Notenbankchef markiert einen restriktiven Wendepunkt. Laut aktuellem FedWatch-Tool preist der Markt für 2026 keine einzige Zinssenkung mehr ein. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinsschritte nach oben liegt stattdessen bei über 55 Prozent.

Nahost-Diplomatie auf der Kippe

Abseits der Zinspolitik diktiert die Geopolitik das Geschehen. Im Nahen Osten deuten Berichte auf ein mögliches 14-Punkte-Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hin. Ein Kernpunkt wäre ein 60-tägiger Waffenstillstand, der die strategisch wichtige Straße von Hormus für iranische Ölexporte öffnen könnte.

US-Präsident Trump dämpfte die Erwartungen umgehend. Er bezifferte die Chancen auf einen Durchbruch auf solide 50/50 und warnte vor übereilten Abschlüssen. Diese diplomatische Hängepartie stützt die Nachfrage nach Anlageklassen abseits des Aktienmarktes.

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Spekulanten ziehen sich zurück

Interessanterweise tragen spekulative Anleger die aktuelle Aufwärtsbewegung kaum mit. In der vergangenen Berichtswoche reduzierten sie ihre Netto-Long-Positionen am Terminmarkt auf knapp 94.400 Kontrakte. Auch im physischen Handel zeigen sich Risse. In Indien, einem der wichtigsten Absatzmärkte weltweit, wird Gold aktuell mit einem Abschlag gehandelt.

Im Fahrwasser von Gold zogen parallel dazu andere Edelmetalle an. Silber verteuerte sich um 3,9 Prozent auf 78,42 US-Dollar. Platin und Palladium verbuchten Aufschläge im Bereich von knapp zwei Prozent.

Begünstigt wird diese Umschichtung in Metalle durch den schwachen Energiemarkt. Die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen kletterte zuletzt auf 425 – den höchsten Stand seit zehn Monaten. Solange der angebotsseitige Druck auf die Ölpreise anhält und die diplomatischen Bemühungen im Iran stagnieren, behält der Goldmarkt sein robustes Fundament.

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