Gold: Stabilisierung nach Vier-Prozent-Einbruch
Nach dem Einbruch um bis zu vier Prozent steigt Gold um 0,9 Prozent; ETF-Abflüsse und sinkende Aufwärtswetten belasten die Nachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Gold notiert bei 4.158,95 US-Dollar
- Tiefster Stand seit dem 5. August
- Gold-ETFs verzeichneten 1,6 Tonnen Abflüsse
- Vermögensverwalter reduzierten ihre Aufwärtswetten
Der Goldpreis unternimmt nach den deutlichen Verlusten zu Wochenbeginn einen Stabilisierungsversuch. Am gestrigen Handelstag war die Notierung zeitweise um bis zu 4 Prozent auf 4.111 US-Dollar je Feinunze eingebrochen. Dies markierte den tiefsten Stand seit dem 5. August. Am heutigen Handelstag erholte sich das Edelmetall leicht und notiert bei 4.158,95 US-Dollar, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht.
Geopolitische Spannungen und Zinsdruck belasten das Edelmetall
Auslöser des vorangegangenen Ausverkaufs waren festgefahrene Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Die daraus resultierenden Sorgen um die Ölversorgung trieben die Rohölpreise an, was wiederum neue Inflationsängste an den Finanzmärkten schürte.
In der Folge zogen die US-Anleiherenditen an, da Anleger weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve einpreisten. Steigende Zinsen und höhere Renditen festverzinslicher Papiere schwächen typischerweise die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.
Vor gut einer Woche hatten bereits falkenhafte Signale der Federal Reserve den Markt belastet; seitdem verlor Gold 2,9 Prozent. Nach dem jüngsten Rückschlag richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer nun auf anstehende Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten.
Berichten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge warten Investoren insbesondere auf neue Daten zum Verbrauchervertrauen sowie auf Arbeitsmarktzahlen, um zusätzliche Hinweise auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank zu erhalten.
Rückzug institutioneller Investoren und schwächere Nachfrage
Parallel zum Preisrückgang trübt sich auch das Bild bei der institutionellen Nachfrage ein. Daten der Terminmarktaufsicht CFTC für die Woche bis zum 22. September belegen, dass die Netto-Long-Positionen von Vermögensverwaltern auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen sind. Große Marktteilnehmer haben ihre Aufwärtswetten damit spürbar zurückgefahren.
Auch bei physisch hinterlegten Produkten hielten sich Anleger zuletzt zurück. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten globale Gold-ETFs in der vergangenen Woche Abflüsse in Höhe von 1,6 Tonnen. Die weltweiten Bestände belaufen sich damit weiterhin auf 4.249 Tonnen.
Dämpfende Signale kommen zudem aus dem asiatischen Raum. Am chinesischen Markt fielen die lokalen Aufschläge gegenüber dem globalen Referenzpreis bis zum Ende der Vorwoche auf null.
Laut Reuters ließ das Kaufinteresse im Vorfeld der Feiertagswoche vom 1. bis 7. Oktober spürbar nach. Mit dem aktuellen Niveau liegt der Goldpreis rund 4,0 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.330,63 US-Dollar, womit sich die kurzfristige Konsolidierung im übergeordneten Chartbild weiter fortsetzt.
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