Gold: Talfahrt setzt sich fort
Gold verbucht binnen einer Woche 5,9 Prozent Minus. Höhere US-Renditen belasten den Preis trotz eines Jahresplus von 23 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Feinunze fällt auf 4.328,81 US-Dollar
- Wöchentlicher Rückgang erreicht 5,9 Prozent
- US-Renditen erhöhen Druck auf Gold
- Jahresbilanz bleibt mit 23 Prozent positiv
Der Goldpreis setzt seine Talfahrt fort. Am Dienstag schloss die Feinunze bei 4.328,81 US-Dollar, ein Minus von 2,8 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 5,9 Prozent. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits am vergangenen Freitag begonnen hatte, als Spotgold laut Reuters auf rund 4.448,30 US-Dollar zurückfiel.
Steigende Anleiherenditen und geopolitische Risikoaversion
Reuters ordnete den jüngsten Rücksetzer als erneute Schwäche nach der vorangegangenen Rally ein. Ausschlaggebend waren steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie eine verschärfte Risikoaversion an den Märkten im Zusammenhang mit der Kampffront zwischen den USA und Iran. Normalerweise gilt Gold in geopolitischen Krisen als sicherer Hafen – diesmal jedoch dominierte die Zinsentwicklung das Marktgeschehen und drückte den Preis nach unten.
Bereits am Freitag zuvor hatte die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole für erhebliche Bewegung gesorgt. Laut einem Bericht von n-tv.de verloren Gold-Futures im aktivsten Kontrakt in New York 1,7 Prozent, nachdem Warshs Äußerungen Inflationssorgen schürten und die US-Renditen nach oben trieben.
Ein Marktkommentar hatte diesen Rücksetzer bereits als Korrektur nach einem Hoch nahe 4.700 US-Dollar je Feinunze beschrieben und die Warsh-Rede als unmittelbaren Auslöser benannt.
Von der Rally zur Korrektur
Die aktuelle Schwächephase folgt auf einen bemerkenswerten Anstieg, der Gold zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten trieb. Reuters hatte berichtet, dass die Feinunze am 21. August mit 4.631,99 US-Dollar den höchsten Stand seit dem 15. Mai erreichte und mit 4.623,94 US-Dollar schloss – getragen von einem schwächeren Dollar und günstigen technischen Signalen.
Ein zentraler Treiber dieser Rally war die Ankündigung des US-Finanzministeriums vom 19. August, die maximale Größe seiner Liquiditätsstützungs-Buybacks für länger laufende Staatsanleihen ab dem 9. September von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar je Operation anzuheben.
Medienberichten zufolge werteten Marktteilnehmer diesen Schritt als deutliches Signal wachsender fiskalischer Anspannung in den USA, was Gold als Absicherung attraktiver machte.
Ausblick: Zinssignale bleiben entscheidend
Trotz des jüngsten Rückgangs bleibt Gold auf Zwölfmonatssicht deutlich im Plus, mit einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresschlusskurs. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf weitere Signale der US-Notenbank sowie auf die Entwicklung an der Nahost-Front.
Solange steigende Anleiherenditen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall erhöhen, dürfte der Preis unter Druck bleiben – unabhängig davon, wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt.
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