Gold: Talfahrt setzt sich fort

Gold verbucht binnen einer Woche 5,9 Prozent Minus. Höhere US-Renditen belasten den Preis trotz eines Jahresplus von 23 Prozent.

Dr. Robert Sasse ·
Ein einzelner Goldbarren auf einer dunklen Oberfläche vor unscharfem Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Feinunze fällt auf 4.328,81 US-Dollar
  • Wöchentlicher Rückgang erreicht 5,9 Prozent
  • US-Renditen erhöhen Druck auf Gold
  • Jahresbilanz bleibt mit 23 Prozent positiv

Der Goldpreis setzt seine Talfahrt fort. Am Dienstag schloss die Feinunze bei 4.328,81 US-Dollar, ein Minus von 2,8 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 5,9 Prozent. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits am vergangenen Freitag begonnen hatte, als Spotgold laut Reuters auf rund 4.448,30 US-Dollar zurückfiel.

Steigende Anleiherenditen und geopolitische Risikoaversion

Reuters ordnete den jüngsten Rücksetzer als erneute Schwäche nach der vorangegangenen Rally ein. Ausschlaggebend waren steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie eine verschärfte Risikoaversion an den Märkten im Zusammenhang mit der Kampffront zwischen den USA und Iran. Normalerweise gilt Gold in geopolitischen Krisen als sicherer Hafen – diesmal jedoch dominierte die Zinsentwicklung das Marktgeschehen und drückte den Preis nach unten.

Bereits am Freitag zuvor hatte die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole für erhebliche Bewegung gesorgt. Laut einem Bericht von n-tv.de verloren Gold-Futures im aktivsten Kontrakt in New York 1,7 Prozent, nachdem Warshs Äußerungen Inflationssorgen schürten und die US-Renditen nach oben trieben.

Ein Marktkommentar hatte diesen Rücksetzer bereits als Korrektur nach einem Hoch nahe 4.700 US-Dollar je Feinunze beschrieben und die Warsh-Rede als unmittelbaren Auslöser benannt.

Von der Rally zur Korrektur

Die aktuelle Schwächephase folgt auf einen bemerkenswerten Anstieg, der Gold zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten trieb. Reuters hatte berichtet, dass die Feinunze am 21. August mit 4.631,99 US-Dollar den höchsten Stand seit dem 15. Mai erreichte und mit 4.623,94 US-Dollar schloss – getragen von einem schwächeren Dollar und günstigen technischen Signalen.

Ein zentraler Treiber dieser Rally war die Ankündigung des US-Finanzministeriums vom 19. August, die maximale Größe seiner Liquiditätsstützungs-Buybacks für länger laufende Staatsanleihen ab dem 9. September von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar je Operation anzuheben.

Medienberichten zufolge werteten Marktteilnehmer diesen Schritt als deutliches Signal wachsender fiskalischer Anspannung in den USA, was Gold als Absicherung attraktiver machte.

Ausblick: Zinssignale bleiben entscheidend

Trotz des jüngsten Rückgangs bleibt Gold auf Zwölfmonatssicht deutlich im Plus, mit einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresschlusskurs. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf weitere Signale der US-Notenbank sowie auf die Entwicklung an der Nahost-Front.

Solange steigende Anleiherenditen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall erhöhen, dürfte der Preis unter Druck bleiben – unabhängig davon, wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 2. September liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Gold Rohstoff

4.375,70 USD

– 121,60 USD -2,70 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

Nvidia Aktie: Cramer fordert Billion-Dollar-Buyback

Nvidia Aktie: Cramer fordert Billion-Dollar-Buyback

Halbleiter ·
Nel ASA Aktie: Iwatani-Einigung belastet Ergebnis

Nel ASA Aktie: Iwatani-Einigung belastet Ergebnis

Wasserstoff ·
ASML: USA drängen auf China-Verbot

ASML: USA drängen auf China-Verbot

Halbleiter ·
Xiaomi vor der Produktoffensive: Entscheidet sich an der Marge das nächste Kapitel?

Xiaomi vor der Produktoffensive: Entscheidet sich an der Marge das nächste Kapitel?

Earnings ·
Gold: Talfahrt setzt sich fort

Gold: Talfahrt setzt sich fort

Gold & Edelmetalle ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
Gold: J.P. Morgan hebt Prognose auf 6.300 Dollar

Gold: J.P. Morgan hebt Prognose auf 6.300 Dollar

Gold & Edelmetalle ·
Gold: Warsh-Signale und Iran-Eskalation belasten

Gold: Warsh-Signale und Iran-Eskalation belasten

Gold & Edelmetalle ·
Heißer Herbst?

Heißer Herbst?

Kolumnen ·
Gold: Zinswetten drücken auf Kurs

Gold: Zinswetten drücken auf Kurs

Forex ·
Gold: Goldbod zahlt Lieferanten nicht

Gold: Goldbod zahlt Lieferanten nicht

Emerging Markets ·