Gold: Treasury verdoppelt Rückkauflimit auf 4 Milliarden

Gold steigt um 3,7 Prozent, nachdem das US-Finanzministerium sein Anleiherückkaufprogramm verdoppelt. Zentralbanken und geopolitischer Druck stützen den Preis.

Dr. Robert Sasse ·
Goldbarren auf einem dunklen Holztisch vor einem unscharfen Hintergrund eines Finanzbüros. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • US-Finanzministerium verdoppelt Anleiherückkäufe
  • Goldpreis steigt um 3,7 Prozent
  • Zentralbanken kaufen 288,9 Tonnen Gold
  • Fed-Sitzung als nächster wichtiger Termin

Der Goldpreis ist am Mittwoch um 3,7 Prozent gesprungen und schloss bei 4.551,10 Dollar je Feinunze. Auslöser war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe von Staatsanleihen deutlich auszuweiten.

Rückkaufprogramm drückt auf Renditen

Das Treasury Department erhöhte das Limit für Anleiherückkäufe auf 4 Milliarden Dollar pro Quartal bis November – eine Verdopplung gegenüber dem bisherigen Rahmen. Ziel der Maßnahme ist es, die langfristigen Renditen zu senken. Für Gold hat das direkte Folgen: Sinkende Zinsen verringern die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls, während zusätzliche Dollarliquidität die Preise stützt. Genau diese Mechanik erklärt den kräftigen Tagesgewinn.

Zugleich bleibt der Markt in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite treiben geldpolitische Lockerungssignale den Preis, auf der anderen Seite bremsen steigende Anleiherenditen an anderer Stelle des Kurvenverlaufs. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte zuletzt ein 19-Jahres-Hoch, was Gold unter Druck setzte, bevor die Treasury-Nachricht die Stimmung drehte.

Geopolitik bleibt zweite Front

Neben der Geldpolitik sorgt der Konflikt zwischen den USA und Iran für Nervosität an den Rohstoffmärkten. Eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz zeichnet sich nicht ab, Präsident Trump sprach von fehlenden laufenden Gesprächen mit Teheran, während iranische Kräfte ihre Angriffe auf Schiffe intensivieren.

Steigende Ölpreise infolge dieser Eskalation wirken zwar tendenziell dämpfend auf Gold, doch die allgemeine Fluchtbewegung in sichere Häfen überwiegt bislang.

Mit einem Zuwachs von 11 Prozent binnen 30 Tagen und 36 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten bleibt Gold in einem robusten Aufwärtstrend, auch wenn der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar noch 19 Prozent beträgt. Der Relative-Stärke-Index von 66,5 signalisiert eine gewisse Überhitzung, ohne bereits klar überkauft zu sein.

Zentralbanken bleiben verlässliche Käufer

Strukturell wird die Nachfrage von den Notenbanken getragen. Der World Gold Council meldete für das zweite Quartal 2026 Nettokäufe der Zentralbanken von 288,9 Tonnen – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und der stärkste Q2-Wert der WGC-Historie.

Polen führte die Käufe mit 51 Tonnen an und peilt ein Ziel von 700 Tonnen an, während die chinesische Notenbank ihre Goldbestände inzwischen 21 Monate in Folge aufstockt. Auch Usbekistan, Kasachstan, Jordanien und Tschechien kauften zuletzt zu.

Parallel dazu kehrten Anleger in börsengehandelte Goldfonds zurück: Allein am 7. August verzeichnete der SPDR Gold Trust Nettozuflüsse von rund 637 Millionen Dollar – eine Umkehr der Abflüsse aus dem zweiten Quartal.

Blick auf die Fed

Als nächster wichtiger Termin gilt die FOMC-Sitzung der Federal Reserve am 15. und 16. September, die in Marktkommentaren als das derzeit bedeutendste kurzfristige Ereignis für Gold eingestuft wird.

Zuvor stehen im August noch die Veröffentlichung des Protokolls der Juli-Sitzung sowie eine Rede von Fed-Chair Warsh beim Jackson-Hole-Symposium an. Beide Termine dürften zeigen, wie stark die jüngste Serie schwächerer Konjunkturdaten die Zinspolitik der Notenbank tatsächlich beeinflusst.

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