Gold: Trump-Blockade in Hormus bremst Rally
Trumps Blockadeankündigung gegen den Iran treibt Ölpreise und Inflationssorgen, was den Goldpreis trotz schwächerer US-Inflationsdaten belastet.

Kurz zusammengefasst
- Trump kündigt Iran-Blockade an
- Ölpreise steigen, Inflationssorgen wachsen
- Gold gibt nach starker Rally nach
- Fed-Chef Warsh bleibt vage zu Zinsen
Trump droht dem Iran. Die Fed schweigt. Und Gold steht zwischen beiden Fronten fest.
Am Mittwoch gibt der Goldpreis einen Teil seiner jüngsten Gewinne ab. Auslöser ist eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Er will eine Blockade gegen iranische Schiffe in der Straße von Hormus wieder einführen.
Trump kündigt neue Blockade an
Die Ankündigung kam am Dienstag. Trump forderte zudem Länder auf, die von der Sicherung der wichtigen Schifffahrtsroute profitieren, sich finanziell zu beteiligen. Erst wenige Tage zuvor hatte er laut Marktberichten die Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt. Neue Luftangriffe auf iranische Ziele folgten.
Die Drohung treibt die Ölpreise nach oben. Steigende Ölpreise nähren wiederum Inflationssorgen. Das macht die Zinsaussichten der US-Notenbank unberechenbarer und setzt Gold als zinsloses Anlagegut unter Druck.
Nach starker Rally folgt Verschnaufpause
Der Rücksetzer vom Mittwoch kommt nach einem kräftigen Anstieg am Vortag. Am Dienstag war der Goldpreis um mehr als 2 Prozent gestiegen, auf rund 4.080 US-Dollar je Feinunze. Grund waren überraschend milde US-Inflationsdaten.
Die jährliche Teuerungsrate sank im Juni auf 3,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Mai. Ökonomen hatten mit 3,8 Prozent gerechnet. Die Verbraucherpreise fielen sogar um 0,4 Prozent zum Vormonat — der erste monatliche Rückgang seit 2020.
Am Mittwoch zeigte sich der Markt bereits zurückhaltender. Gold hielt sich bei rund 4.050 US-Dollar und damit knapp über einem Prozent Plus zum Vortag. Am Morgen lag der Spotpreis laut Marktdaten bei 4.044,17 US-Dollar je Feinunze.
Fed-Chef Warsh bleibt vage
Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte am Dienstag vor dem Kongress das Ziel der Notenbank, die Preisstabilität wiederherzustellen. Ein Signal für eine aggressivere Zinspolitik lieferte er nicht. Trotz der guten Inflationsdaten bleibt die Lage für die Fed angespannt — die Teuerung liegt weiterhin über dem Zielwert.
Die Wall Street rechnet dennoch mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung. Der Markt preist aktuell eine Chance von etwa 50 Prozent für eine Anhebung im September ein. Die neue Iran-Eskalation hält die Inflationssorgen der Anleger wach.
Sicherer Hafen trotz Ölpreis-Gegenwind
Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran stärken die Nachfrage nach Gold als Absicherung. Das gilt selbst dann, wenn steigende Ölpreise gleichzeitig die längerfristigen Inflationssorgen befeuern. Diese Gemengelage aus Kriegsrisiko und Zinsunsicherheit erklärt die derzeit große Schwankungsbreite beim Goldpreis.
Zwei Kräfte ziehen also in unterschiedliche Richtungen. Die entspanntere Inflationslage spricht für weiter fallende Zinsen und damit für Gold. Der Iran-Konflikt treibt die Ölpreise und mit ihnen die Inflationssorgen — das bremst die Rally. Wie sich diese Gemengelage in den kommenden Handelstagen auflöst, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich die Lage in der Straße von Hormus weiter zuspitzt oder beruhigt.
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