Gold: Trump-Xi-Treffen enttäuscht
Fehlende Fortschritte im Iran-Konflikt und steigende Zinserwartungen drücken den Goldpreis auf ein Monatstief.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis fällt um 2,1 Prozent
- Trump-Xi-Treffen ohne konkrete Ergebnisse
- Inflation und Ölpreis verstärken Zinsdruck
- Starker Dollar belastet Edelmetall zusätzlich
Das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking hat nicht geliefert, was sich Anleger erhofft hatten. Konkrete Fortschritte im Iran-Konflikt blieben aus — und der Goldpreis quittierte das Ergebnis heute mit einem Rückgang von 2,1 Prozent auf 4.555 Dollar je Feinunze. Das ist der tiefste Stand seit dem 6. April.
Zinsdruck aus mehreren Richtungen
Der Rücksetzer kommt nicht aus dem Nichts. Bereits die US-Verbraucherpreisdaten für April sorgten für Unruhe: Die Inflation lag mit 3,8 Prozent leicht über den Markterwartungen. Zusammen mit dem Ölpreisanstieg — selbst eine Folge der stockenden Nahostdiplomatie — nährt das die Erwartung, dass Notenbanken die Zinsen eher anheben als senken werden. Die EZB gilt für Juni als heißer Kandidat für eine Erhöhung, nachdem zuletzt bereits Australien und Norwegen vorangegangen sind.
Für Gold ist dieses Umfeld toxisch. Das Edelmetall wirft keine laufenden Erträge ab. Steigen die Renditen festverzinslicher Alternativen, verliert Gold relativ an Attraktivität — und Kapital fließt ab. Verstärkt wird der Effekt durch einen erstarken US-Dollar, der ein Einmonatshoch markiert. Da Gold in Dollar notiert, verteuert sich das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums — was die Nachfrage zusätzlich bremst.
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Seitwärtsbewegung bleibt das Grundmuster
Auch Xetra-Gold spiegelt die Schwäche wider. Nach einem Wochenhoch von rund 130,10 Euro je Gramm am Donnerstag der Vorwoche fiel der Preis heute auf 126,00 Euro — ein deutlicher Rückgang innerhalb weniger Handelstage.
Dabei ist der übergeordnete Trend seit Mitte April ohnehin eher zäh. Trotz des seit Ende Februar andauernden Iran-Kriegs, der zunächst für Ausschläge nach oben sorgte, bewegt sich Gold unter dem Strich seitwärts. Kapitalzuflüsse in Gold-ETCs sind zwar im Mai wieder positiv, nachdem es im April einen Ausverkauf gegeben hatte. Langfristig deuten Beobachter auf eine breitere Nachfragebasis hin — insbesondere aus Asien. Kurzfristig aber behalten die Zinsdynamik und der Dollaranstieg die Oberhand.
Ob das Trump-Xi-Treffen noch Nachklang erzeugt oder die Nahost-Verhandlungen neue Bewegung bekommen, bleibt der entscheidende Faktor für die kommenden Handelstage.
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