Gold: Unsicherheiten im Anmarsch?

Gold fällt auf 4.625 Dollar, belastet durch Fed-interne Uneinigkeit und anhaltende Inflationssorgen. Starke Zentralbankkäufe stützen jedoch das Edelmetall.

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Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis fällt auf 4.625 Dollar
  • Fed zeigt größte Uneinigkeit seit 1992
  • Zentralbanken kaufen weiter kräftig Gold
  • US-Arbeitsmarktdaten als nächster Impuls

Zwei Wochenrückgänge in Folge, ein gespaltenes Fed-Board und ein Nahostkonflikt, der die Energieversorgung belastet — Gold findet derzeit keinen klaren Aufwärtsimpuls. Der Preis schloss die Woche bei 4.625 Dollar je Unze, gut 15 Prozent unter dem Januar-Hoch von 5.450 Dollar.

Yen-Intervention stützt kurzfristig

Am Freitag stabilisierte sich Gold oberhalb von 4.600 Dollar. Auslöser war eine scharfe Dollar-Abwertung nach einer mutmaßlichen japanischen Devisenmarktintervention. Japan soll dabei bis zu 35 Milliarden Dollar eingesetzt haben, um den Yen zu stützen — nachdem dieser auf 160,7 zum Dollar gefallen war, den schwächsten Stand seit Juli 2024. Ein schwächerer Dollar stützt Gold typischerweise, weil das Edelmetall in der US-Währung notiert.

Der Effekt blieb begrenzt. Auf Wochensicht verlor Gold rund zwei Prozent.

Fed uneins, Inflation hartnäckig

Die US-Notenbank ließ ihren Leitzins wie erwartet bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Ungewöhnlich war das Abstimmungsbild: Vier Mitglieder dissentierten — die größte Uneinigkeit im Board seit 1992. Das signalisiert wachsende Unsicherheit über den weiteren Kurs.

Eine baldige Lockerung erwartet kaum jemand. Laut CME Group rechnen knapp 95 Prozent der Marktteilnehmer im Juni mit unveränderten Zinsen. Hintergrund: Der ISM-Einkaufsmanagerindex zeigt Inputpreise auf dem höchsten Stand seit April 2022. Die anhaltende US-Seeblockade iranischer Häfen hält den Öldruck hoch und nährt Inflationssorgen.

Physische Nachfrage bleibt stark

Das fundamentale Bild ist stabiler. Zentralbanken kauften im ersten Quartal netto 244 Tonnen Gold — drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Barren- und Münznachfrage erreichte 474 Tonnen, das zweithöchste Quartalsniveau aller Zeiten. Asiatische Investoren trieben diesen Anstieg maßgeblich.

Goldman Sachs hält an seinem Jahresziel von 5.400 Dollar fest, warnt aber vor kurzfristigen Abwärtsrisiken bei anhaltenden Hormuz-Störungen. UBS ist deutlich optimistischer und sieht 6.200 Dollar bis September 2026 — mit potenziellem Aufwärtspotenzial bis 7.200 Dollar.

Datenwoche entscheidet über nächsten Impuls

Die kommende Woche bringt eine dichte Datenlage. Am 8. Mai erscheinen die Nonfarm Payrolls für April zusammen mit der Arbeitslosenquote. Der Verbraucherpreisindex folgt am 12. Mai. Fallen die Zahlen schwächer als erwartet aus, könnten Zinssenkungsfantasien zurückkehren — und Gold wieder Rückenwind bekommen. Bestätigen sie dagegen die hartnäckige Inflation, bleibt die Fed auf Kurs, und der Druck auf das Edelmetall hält an.

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