Gold: Unterstützung bei 4.500 Dollar gerissen

Gold fällt unter die 4.500-Dollar-Marke. Starke asiatische Nachfrage und geopolitische Risiken stützen, während US-Zinsängste bremsen.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Goldbarren mit einer rissigen Oberfläche vor einem unscharfen Finanzchart, der einen Abwärtstrend zeigt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis rutscht unter 4.500 Dollar
  • Rekordnachfrage aus China und Indien
  • US-Zinspolitik belastet den Kurs
  • Geopolitische Spannungen als Stütze

Gold verlor am Mittwoch die wichtige Unterstützung bei 4.500 Dollar. Aktuell notiert die Feinunze bei 4.477,81 Dollar. Damit rutscht der Preis unter den gestrigen Schlusskurs von 4.515,40 Dollar.

Rekordnachfrage aus Fernost

Der physische Markt bildet ein stabiles Fundament. In China stieg der Absatz von Barren und Münzen im ersten Quartal um 67 Prozent. Mit 207 Tonnen erreichte die Nachfrage ein Rekordniveau. Neue Regeln erlauben nun auch chinesischen Versicherungen den Goldkauf.

In Indien setzen Pensionsfonds verstärkt auf das Edelmetall. Sie wollen sich gegen die Inflation absichern. Parallel dazu bauen Zentralbanken ihre Bestände aus. Die polnische Nationalbank kaufte im ersten Quartal 31 Tonnen hinzu. Ihr Bestand liegt nun bei 582 Tonnen.

US-Zinsangst bremst den Kurs

Die US-Geldpolitik belastet den Goldpreis massiv. Anleger blicken nervös auf die Fed-Sitzung Mitte Juni. Die Inflation im April war so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Das schürt Ängste vor dauerhaft hohen Zinsen bis weit in das Jahr 2027.

Steigende Renditen für Staatsanleihen machen Gold weniger attraktiv. Der Markt sieht eine Chance von 30 Prozent für eine weitere Zinserhöhung. Dieser geldpolitische Gegenwind verhindert aktuell neue Höchststände. Seit Jahresanfang liegt Gold dennoch rund vier Prozent im Plus.

Geopolitik stützt Sicherheitsbedürfnis

Militärische Spannungen zwischen den USA und dem Iran stützen das Sicherheitsbedürfnis. Diese Risiken verhindern bisher einen Absturz unter die Marke von 4.400 Dollar. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 49,8 Punkten im neutralen Bereich.

Analysten blicken optimistisch in die Zukunft. Goldman Sachs sieht ein Kursziel von 5.400 Dollar bis Jahresende. WisdomTree hält wegen der Nachfrage aus Asien sogar 6.000 Dollar für möglich. In den nächsten Tagen entscheidet die Verteidigung der 200-Tage-Linie über den weiteren Trend.

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