Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong
ETF-Zuflüsse und Käufe der chinesischen Zentralbank stützen den Goldmarkt, während Hongkong über neue Handelsinfrastruktur verhandelt.

Kurz zusammengefasst
- Valcambi und Shiu Wing verhandeln über Raffinerie
- Gold-ETFs verzeichneten im September zehn Milliarden Dollar Zuflüsse
- Quartalszuflüsse erreichten 31 Milliarden US-Dollar
- Chinas Zentralbank kaufte den 23. Monat in Folge
Die Sonderverwaltungszone Hongkong treibt den Ausbau ihrer Infrastruktur für den physischen Edelmetallhandel voran. Wie die Regierung von Hongkong mitteilte, verhandeln das Schweizer Veredelungsunternehmen Valcambi SA und Shiu Wing Steel über den gemeinsamen Bau einer Goldraffinerie sowie angeschlossener Lageranlagen. Details zu einem finalen Vertragsabschluss oder einem Zeitplan wurden bislang nicht genannt.
Das Vorhaben unterstreicht die Bestrebungen, die Verwahr- und Verarbeitungskapazitäten in Asien auszuweiten. Während der Spotpreis für eine Feinunze Gold heute bei 4.136,88 US-Dollar notiert und damit ein Tagesplus von 0,7 Prozent verzeichnet, bleibt der physische Markt von strukturellen Verschiebungen geprägt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar beträgt aktuell 26 Prozent.
Turbulenzen an den Rentenmärkten stützen
Neben infrastrukturellen Weichenstellungen im asiatischen Raum wirken vor allem geopolitische und fiskalische Unsicherheiten auf den Markt ein. Laut Reuters stützten zuletzt Nachfrageimpulse nach sicheren Häfen den Goldpreis, ausgelöst durch Turbulenzen am französischen Anleihemarkt sowie wachsenden Unruhen am US-Treasury-Markt.
Zuvor hatten ein erstarkter US-Dollar und anziehende Renditen das Edelmetall spürbar unter Druck gesetzt. Das am Mittwoch vorgelegte Protokoll der Federal Reserve hatte verdeutlicht, dass die Debatten über künftige Zinsschritte weiterhin von Sorgen vor hartnäckigen Inflationsrisiken geprägt sind.
Ein solches Umfeld verteuert zinslose Anlagen tendenziell, doch Analysten sehen zunehmend gegenläufige Kräfte am Werk. Giovanni Staunovo von der UBS bezeichnete die steigende US-Staatsverschuldung als strukturellen Rückenwind und hob hervor, dass sich Gold trotz des höheren Zinsniveaus vergleichsweise robust behaupte.
Westliche ETF-Investoren kehren zurück
Unterstützung erhält der Markt zudem durch signifikante Umschichtungen bei Anlageprodukten. Daten des World Gold Council zeigen, dass physisch besicherte Gold-ETFs im September weltweite Zuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar verbuchten. Über das gesamte dritte Quartal summierte sich das Volumen auf den Rekordwert von 31 Milliarden US-Dollar. Die weltweiten Bestände dieser Fonds stiegen damit auf 4.256 Tonnen.
Dass institutionelle Anleger wieder Bestände aufbauen, steht im Kontrast zu den Terminmärkten, wo die Positionen spekulativer Anleger im September per Saldo sanken. Auch die Zentralbanken bleiben aktiv: Chinas Währungshüter setzten ihre Zukäufe im September den 23. Monat in Folge fort und bauten die offiziellen Reserven auf 77,47 Millionen Feinunzen aus.
Analysten von TD Securities bekräftigten in einer aktuellen Einschätzung ihre Prognose, wonach der Goldpreis im Jahr 2027 über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze klettern könnte.
Anstehende US-Daten im Fokus
Kurzfristig richten Marktbeobachter den Blick auf wegweisende Veröffentlichungen in den Vereinigten Staaten. Am morgigen Freitag legt die US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission ihren turnusmäßigen Commitments-of-Traders-Bericht vor, der Einblick in die jüngste Positionierung an den Terminmärkten gibt.
In der kommenden Woche dürften frische Konjunkturdaten die Richtung vorgeben. Am Mittwoch, den 14. Oktober, veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics den US-Verbraucherpreisindex für September. Die Teuerungsrate gilt als maßgeblicher Einflussfaktor für die Zinsbeschlüsse der Fed und dürfte die Wechselkursentwicklung des US-Dollars maßgeblich beeinflussen.
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