Gold: Vierter Wochenverlust in Folge

Gold verzeichnet den vierten Wochenverlust in Folge, belastet durch die Aussicht auf eine US-Zinserhöhung und einen stärkeren Dollar.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Goldbarren, der subtil eine fallende Finanzkurve reflektiert, vor einem Hintergrund von Finanzdaten. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold fällt auf 4.104 Dollar
  • Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold
  • US-Arbeitsmarkt als nächster Test

Rund 27 Prozent unter seinem Januarhoch – Gold kämpft mit dem stärksten anhaltenden Rückgang seit Monaten. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 4.104 US-Dollar je Feinunze. Das Edelmetall verbucht damit den vierten Wochenverlust in Folge.

Fed dreht die Zinsschraube

Der Haupttreiber der Schwäche sitzt in Washington. Bei der FOMC-Sitzung am 17. Juni hob die Fed ihre PCE-Inflationsprognose für 2026 an. Noch gewichtiger: Der Dot Plot signalisierte erstmals eine mögliche Zinserhöhung – statt der zuvor erwarteten Senkung. Fed-Chef Kevin Warsh setzt klar auf Inflationsbekämpfung.

Das belastet Gold auf zwei Wegen. Höhere Realzinsen machen das zinslose Edelmetall weniger attraktiv. Ein stärkerer Dollar verteuert es für internationale Käufer. Beides drückt den Preis.

Hinzu kommt geopolitische Entspannung. Das Ende des Iran-Krieges und die Öffnung der Straße von Hormus senkten die Energiepreise. Krisenanlagen verlieren an Nachfrage, wenn die Krise nachlässt.

Strukturelle Käufer halten dagegen

Nicht alle Signale zeigen nach unten. Die People’s Bank of China und andere Zentralbanken kaufen weiter Gold. Die globale Nachfrage – inklusive OTC-Geschäfte – erreichte im ersten Quartal 2026 einen historischen Höchststand für ein Auftaktquartal. Das steht im klaren Kontrast zu Abflüssen aus westlichen Gold-ETFs.

Langfristig bleibt Gold gefragt als Schutz vor Staatsverschuldung, Währungsrisiken und geopolitischer Unsicherheit. Kurzfristig dominiert jedoch der Gegenwind aus der Zinspolitik.

Non-Farm Payrolls als nächster Stresstest

Der RSI liegt bei 37 – Gold nähert sich überverkauftem Terrain. Ob das eine Stabilisierung einleitet, entscheidet sich in der kommenden Woche.

Am Donnerstag erscheinen die US-Non-Farm Payrolls für Juni. Ein starkes Beschäftigungswachstum würde die Erwartungen einer Zinserhöhung festigen – und den Druck auf Gold erhöhen. Schwache Zahlen könnten die Erholung stützen. Ferner könnten Aussagen von EZB-Chefin Christine Lagarde und Fed-Chef Warsh beim EZB-Forum in Sintra neue Impulse setzen. Die nächste FOMC-Sitzung folgt am 28. und 29. Juli.

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