Gold: Waffenruhe USA-Iran drückt Kurs

Die Einigung auf eine Waffenruhe im Nahen Osten lässt den Goldpreis um 1,67 Prozent sinken und beendet vorerst die Krisenrallye.

Redaktion Stock-World ·
Ein goldener Barren reflektiert eine fliegende Taube vor einer unscharfen Weltkarte, symbolisierend Frieden und sinkende Goldkurse. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Waffenruhe senkt Goldkurs deutlich
  • EZB-Forum rückt Zinsentscheid in Fokus
  • Zentralbanken planen weitere Goldkäufe
  • Gold-ETFs verzeichnen massive Abflüsse

Die Kanonen schweigen, der Goldpreis fällt. Die USA und der Iran haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt. Das nimmt dem Edelmetall seinen Status als ultimative Krisenwährung. Aktuell notiert Gold bei 4.035,20 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 1,67 Prozent.

Risikoprämie schmilzt ab

Ein vorläufiges Friedensabkommen entspannt die Lage im Nahen Osten. Die US-Regierung hob die Seeblockade rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus auf. Beide Seiten pausieren ihre Angriffe für 60-tägige Verhandlungen. Die militärische Lage am Boden bleibt stabil.

Selbst die Vorbereitungen für die Beisetzung des iranischen Oberhaupts Chamenei Anfang Juli stören die Waffenruhe nicht. Die Folge: Anleger verkaufen ihre sicheren Häfen. Seit dem Rekordhoch im Januar verlor Gold massiv an Wert. Auf Jahressicht steht mittlerweile ein Minus von rund sieben Prozent auf der Kurstafel.

Zinssorgen belasten zusätzlich

Parallel dazu blicken die Märkte nach Portugal. Beim EZB-Forum in Sintra tritt am Mittwoch der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh auf. Es ist seine erste internationale Rede. Investoren erwarten klare Signale zur künftigen Geldpolitik.

Die US-Notenbank hält den Leitzins aktuell in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Weil die amerikanische Inflation wieder über die Marke von vier Prozent kletterte, spekulieren Analysten über baldige Zinserhöhungen. Steigende Zinsen und ein starker US-Dollar machen das zinslose Gold für Anleger unattraktiv.

Zentralbanken kaufen, ETFs bluten aus

Trotz des Preisverfalls bleibt das fundamentale Interesse groß. Fast die Hälfte aller Zentralbanken weltweit plant den Ausbau ihrer Goldreserven. Das berichtet der World Gold Council. Viele Staaten bevorzugen das Edelmetall weiterhin als Reservemedium gegenüber dem US-Dollar.

Physisch besicherte Gold-ETFs verzeichnen indes massive Abflüsse. Besonders in China ziehen Anleger im großen Stil Kapital ab. Dort verloren die sieben größten Gold-ETFs innerhalb von drei Monaten Milliarden an Wert. Das drückt die globale Stimmung spürbar.

Analysten bleiben uneins

Saisonal betrachtet bilden die Sommermonate oft einen Boden für den Goldpreis. Analysten bewerten die aktuelle Lage jedoch extrem unterschiedlich. Die Deutsche Bank ruft ein Kursziel von 4.300 US-Dollar für das dritte Quartal aus. Morgan Stanley sieht den fairen Wert deutlich höher bei 5.200 US-Dollar.

Technisch steht der Rohstoff nun an einer wichtigen Schwelle. Die Marke von 3.959 US-Dollar dient als zentrale Unterstützung. Hält dieses Level in den kommenden Handelswochen, könnte die typische Sommererholung starten. Bricht die Unterstützung, drohen weitere Verluste.

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