Gold: Welche Fakten zählen

Der Goldkurs verharrt in einer Seitwärtsbewegung, da ein starker US-Dollar durch den Iran-Konflikt und ölgetriebene Inflationsängste den Aufwärtstrend blockieren.

Eduard Altmann ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis pendelt um 4.782 Dollar je Unze
  • Starker Dollar durch Konflikt in der Straße von Hormuz
  • Ölpreisanstieg treibt Inflationserwartungen in der Eurozone
  • Technische Analyse zeigt Patt zwischen zwei Durchschnitten

Der Goldpreis tritt derzeit auf der Stelle. Rund 4.782 Dollar kostet die Feinunze aktuell — und die Richtung bleibt unklar, solange zwei gegenläufige Kräfte einander neutralisieren.

Hormuz-Risiko hält den Dollar oben

Der anhaltende Konflikt mit dem Iran wirft seinen Schatten auf die Märkte. Die Straße von Hormuz bleibt ein geopolitischer Brennpunkt, der den US-Dollar stützt — und genau das bremst Gold aus. Ein starker Dollar macht das in Dollar notierte Edelmetall für internationale Käufer teurer und drückt typischerweise auf den Preis.

Hinzu kommt der Ölpreisanstieg, der die Inflation in der Eurozone zuletzt auf 2,6 Prozent im Jahresvergleich getrieben hat — mehr als die ursprünglich geschätzten 2,5 Prozent. Diese ölgetriebene Teuerung hält die Erwartung einer stabilen Geldpolitik der Fed am Leben, was den Spielraum für Goldgewinne weiter einengt.

Zwischen zwei gleitenden Durchschnitten gefangen

Technisch spiegelt das Chartbild die Unentschlossenheit wider. XAU/USD pendelt seit Wochen zwischen dem 50-Tage- und dem 100-Tage-Durchschnitt — ein klassisches Patt zwischen Käufern und Verkäufern.

Anschlussverkäufe bleiben vorerst aus. Das liegt vor allem an der Hoffnung, dass die Diplomatie zwischen Washington und Teheran doch noch Fahrt aufnimmt. Ein glaubwürdiger Waffenstillstand oder konkrete Verhandlungsfortschritte würden den Dollar-Rückenwind abschwächen und könnten Gold etwas Luft verschaffen. Der Waffenstillstand gilt jedoch weiterhin als brüchig, und Spekulationen über ein schnelles Kriegsende haben sich bislang nicht bewahrheitet.

Gold bleibt damit in einer klassischen Warteschleife: zu viele offene Fragen, zu wenig klare Impulse.

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