Gold: Wenn Frieden den Preis treibt

Gold steigt überraschend um drei Prozent nach Iran-Einigung. Fallende Ölpreise und Zinsspekulationen treiben das Edelmetall an.

Felix Baarz ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gold legt über drei Prozent zu
  • Friedenseinigung als Preistreiber
  • Schwächerer Dollar stützt Gold
  • Fed-Entscheidung als nächster Impuls

Eigentlich sollte ein Friedensabkommen den sicheren Hafen Gold belasten. Stattdessen stieg das Edelmetall heute um mehr als drei Prozent — ein Beispiel dafür, wie Märkte Nachrichten manchmal gegen den Erwartungsstrom verarbeiten.

Der Auslöser war die Einigung der USA und des Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges, bestätigt auch durch den Vermittler Pakistan. Für Gold war das ein Kaufsignal — nicht trotz, sondern wegen der Friedensnachricht. Der Mechanismus: Fallende Ölpreise dämpfen Inflationserwartungen, das wiederum nimmt den Druck von der Fed, mit weiteren Zinserhöhungen zu reagieren. Ein zinsloses Metall profitiert genau dann, wenn die Zinsfantasien schrumpfen. Hinzu kam ein schwächerer Dollar, der Gold auf dem Weltmarkt günstiger macht.

Drei Faktoren, ein Ergebnis

Das Tagesplus von rund drei Prozent brachte Gold auf rund 4.345 Dollar je Feinunze. Seit Donnerstag summiert sich der Anstieg auf mehr als 300 Dollar — ein bemerkenswerter Schub innerhalb weniger Handelstage.

Wie Justin Lin, Analyst beim New Yorker Vermögensverwalter Global X Management, anmerkt, könnte der Aufwärtstrend anhalten, wenn der Konflikt endgültig beigelegt und die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Das würde Zentralbanken mehr Spielraum geben, ihre Goldkäufe auszuweiten — die strukturell ohnehin robust bleiben. Allein die USA halten mehr als 8.100 Tonnen, Deutschland rund 3.350 Tonnen; China hat seine Bestände zuletzt ebenfalls erhöht.

Technisches Bild: Reparaturmodus

Trotz des heutigen Sprungs ist das charttechnische Bild noch nicht repariert. Die 100-Tage-Linie liegt bei 4.768 Dollar, deutlich über dem aktuellen Niveau. Die 200-Tage-Linie bei rund 4.430 Dollar fungiert als unmittelbare Schaltstelle — darüber kann sich Gold stabilisieren, darunter steigt das Rückfallrisiko. Unterstützung findet der Markt erst wieder bei 4.000 Dollar.

Auf der Oberseite liegt die erste Hürde bei 4.500 Dollar. Erst ein Anstieg über die 100-Tage-Linie würde den Blick wieder auf die psychologisch wichtige 5.000-Dollar-Marke lenken. Bis dahin dominiert technisch Reparaturarbeit.

Am Mittwoch trifft die Fed ihre Zinsentscheidung. Zwar erwartet niemand eine Veränderung des Leitzinses, aber der Tonfall der Fed dürfte entscheiden, ob der aktuelle Schwung trägt. Fällt die Formulierung taubenhaft aus, hat Gold die besseren Karten — fällt sie hawkish, könnte der Tagegewinn schnell wieder in Frage stehen.

Anzeige

Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 15. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Gold Rohstoff

4.355,20 USD

+ 115,30 USD +2,72 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

BMW Aktie: Jahrestief bei 65,52 Euro

BMW Aktie: Jahrestief bei 65,52 Euro

Auto & E-Mobilität ·
Commerzbank Aktie: Orlopp kritisiert UniCredit-Vorgehen als unsauber

Commerzbank Aktie: Orlopp kritisiert UniCredit-Vorgehen als unsauber

Banken & Versicherungen ·
Nike Aktie: Großhandel in Nordamerika +11%

Nike Aktie: Großhandel in Nordamerika +11%

Turnaround ·
Deutsche Telekom Aktie: Tarifvotum am Mittwoch entscheidend

Deutsche Telekom Aktie: Tarifvotum am Mittwoch entscheidend

Telekommunikation ·
Hua Hong: 8,43 Prozent auf 16,90 Euro

Hua Hong: 8,43 Prozent auf 16,90 Euro

KI & Quantencomputing ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
Gold: Warsh und Dot Plot entscheiden am 16./17. Juni

Gold: Warsh und Dot Plot entscheiden am 16./17. Juni

Gold & Edelmetalle ·
US-Iran-Friedensdeal bewegt Märkte

US-Iran-Friedensdeal bewegt Märkte

Emerging Markets ·
Gold: 2 Prozent auf 4.304 Dollar nach Iran-Deal

Gold: 2 Prozent auf 4.304 Dollar nach Iran-Deal

Forex ·
Gold: 1.231 Tonnen Rekordnachfrage im Q1

Gold: 1.231 Tonnen Rekordnachfrage im Q1

Gold & Edelmetalle ·
Gold: Warshs Debüt am 17. Juni

Gold: Warshs Debüt am 17. Juni

Gold & Edelmetalle ·