Gold: Wochenminus von 2,2 Prozent
Höhere US-Renditen und ein starker Dollar belasten Gold; Analysten sehen den Preis zum Jahresende dennoch bei rund 4.500 US-Dollar.
Kurz zusammengefasst
- Spotpreis binnen sieben Tagen um 2,2 Prozent gesunken
- Feinunze am Freitag 0,5 Prozent im Plus
- LBMA-Umfrage: Jahresendwert von 4.500 US-Dollar erwartet
- Commerzbank sieht kurzfristige Belastung durch hohe Zinsen
Der Goldmarkt steht zum Ende der Handelswoche unter dem Eindruck einer restriktiven US-Geldpolitik. Laut Reuters setzen steigende Renditen der US-Staatsanleihen und ein festerer US-Dollar das Edelmetall spürbar unter Druck.
Am heutigen Freitag notiert die Feinunze bei 4.285,51 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,5 Prozent entspricht. Auf Wochensicht zeichnet sich dennoch ein Rückgang ab: In den vergangenen sieben Tagen gab der Spotpreis um 2,2 Prozent nach.
Ausschlaggebend für die jüngste Schwächephase sind wachsende Befürchtungen der Marktteilnehmer, dass die Federal Reserve die Zinsen zur Bekämpfung der Inflation über einen längeren Zeitraum hinweg hoch halten dürfte. Die Kombination aus anziehenden Anleiherenditen und einer festen US-Währung mindert typischerweise die Attraktivität zinsloser Edelmetalle.
Straffere Geldpolitik drückt auf die Notierungen
Bereits am 16. September hatte die US-Notenbank die Leitzinsen angehoben. Der Goldpreis war daraufhin bis auf 4.235 US-Dollar je Feinunze abgesackt, was den tiefsten Stand seit Anfang August markierte. Diesem Schritt waren unerwartet hohe Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten und anziehende Rohölpreise vorausgegangen, die bereits im Vorfeld der Zinsentscheidung für Unruhe an den Märkten gesorgt hatten.
Zwischenzeitlich vollzog das Edelmetall zwar eine deutliche Erholung und kletterte Medienberichten zufolge zeitweise wieder bis nahe 4.320 US-Dollar. Die anhaltenden geldpolitischen Sorgen verhinderten jedoch einen nachhaltigen Ausbruch nach oben. Marktteilnehmer passten ihre Zinserwartungen nach dem Notenbankentscheid weiter nach oben an, was die Erholungsversuche rasch wieder einbremste.
Geopolitische Nachfrage und geteilte Erwartungen
Gegenwind von der Zinsseite trifft zugleich auf stabilisierende Faktoren. Als Unterstützung erwies sich zuletzt die Funktion des Edelmetalls als sicherer Hafen: Marktbeobachter verwiesen auf eine solide Nachfrage im Vorfeld des erwarteten Spitzentreffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping.
Für die kommenden Monate trauen Experten dem Edelmetall trotz der aktuellen Belastungen ein Anziehen zu. Eine Umfrage der LBMA unter 16 Analysten ergab einen durchschnittlich erwarteten Goldpreis von rund 4.500 US-Dollar je Feinunze zum Jahresende.
Auch die Commerzbank rechnete in ihrer Einschätzung vom 10. September für das vierte Quartal 2026 mit einem Ziel von 4.500 US-Dollar, hob dabei jedoch zugleich hervor, dass das hohe Zinsniveau den Markt auf kurze Sicht belasten dürfte.
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