Gold: Zentralbanken kaufen 244 Tonnen im Q1

Der Goldpreis stabilisiert sich trotz gegenläufiger Faktoren aus Nahost-Deeskalation und anhaltend hohen Inflationszahlen.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Iran-Gespräche senken Risikoprämie
  • Inflationsdaten dämpfen Zinssenkungshoffnungen
  • Zentralbanken kaufen Rekordmengen Gold
  • Goldman Sachs hält an 5.400 Dollar fest

Der Goldpreis zeigt sich stabilisiert – doch die Treiber ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Berichte über eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten drücken auf die Risikoprämie. Gleichzeitig belasten hartnäckige Inflationsdaten und restriktive Fed-Erwartungen das zinslose Edelmetall.

Iran-Gespräche entlasten

Die USA befinden sich in der Schlussphase von Verhandlungen mit dem Iran. Diese Nachricht senkte die Renditen von US-Staatsanleihen und die Ölpreise – eine Stütze für Gold. Hält die Entspannung an, dürfte ein Teil der geopolitischen Prämie aus dem Markt genommen werden. Industriemetalle würden dann verstärkt auf Konjunkturbeschleunigung setzen, Gold verliert diesen Impuls.

Inflationsdaten bremsen Zinshoffnungen

Der makroökonomische Rahmen bleibt schwierig. Der Erzeugerpreisindex stieg im April um 1,4 Prozent im Monatsvergleich, die Verbraucherpreise liegen stabil bei 3,8 Prozent. Die Märkte haben Zinssenkungen für 2026 weitgehend ausgepreist. Einige Modelle sehen sogar ein geringes Risiko einer Zinserhöhung im Frühjahr 2027.

Die Fed hält an ihrem restriktiven Kurs fest. Mit Kevin Warsh an der Spitze priorisiert die Notenbank die Inflationsbekämpfung. Steigende Anleiherenditen setzen Gold unter Druck, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft.

Zentralbanken kaufen auf Rekordniveau

Ein struktureller Gegenpol bleibt die starke Nachfrage der Notenbanken. Im ersten Quartal 2026 stockten Zentralbanken ihre Reserven netto um 244 Tonnen Gold auf – ein Plus von 17 Prozent zum Vorquartal und 3 Prozent zum Vorjahr. Das ist der höchste Wert für ein einzelnes Quartal überhaupt. 68 Prozent der Zentralbanken planen, ihre Bestände 2026 weiter aufzustocken.

Besonders Schwellenländer wie Polen, Usbekistan und China kaufen strategisch zu. Sie diversifizieren angesichts geopolitischer Unsicherheiten und schwindenden Vertrauens in traditionelle Reservewährungen. Die gesamte Goldnachfrage erreichte 1.231 Tonnen im Wert von 193 Milliarden Dollar – ein Plus von 74 Prozent. Die Nachfrage nach Barren und Münzen stieg um 42 Prozent auf 474 Tonnen.

Ausblick

Gold konsolidiert technisch. Der Widerstand liegt bei 4.600 Dollar, die Unterstützung bei 4.475 Dollar. Goldman Sachs hält an seinem Jahresendziel von 5.400 Dollar je Unze fest – gestützt auf die erwartete anhaltende Zentralbanknachfrage. Die kommenden Wochen dürften von der Wechselwirkung zwischen geopolitischer Entwicklung und makroökonomischen Daten geprägt bleiben.

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