Gold: Zentralbanken kaufen 244 Tonnen in Q1

Geopolitische Spannungen belasten den Goldpreis trotz steigender Zentralbankkäufe. Analysten sehen Kurspotenzial bis 6.300 Dollar.

Redaktion Stock-World ·
Gold Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Gold erholt sich von Zweimonatstief
  • Iran-Konflikt treibt Ölpreise
  • Zentralbanken kaufen 244 Tonnen Gold
  • Analystenziele zwischen 5.200 und 6.300 Dollar

Gold notiert am Freitagmorgen bei 4.612 Dollar je Feinunze. Ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresanfang liegt das Edelmetall mit 6,2 Prozent im Plus. Vom Januarhoch bei 5.450 Dollar trennen es noch 15 Prozent.

Die Erholung folgt auf ein Zwei-Monats-Tief nahe 4.390 Dollar am Mittwoch. Auslöser waren neue US-Militärangriffe auf iranische Stützpunkte. Rohöl und Dollar schossen nach oben. Die Inflationsangst kehrte zurück. Die Fed bleibt länger restriktiv.

Geopolitik als Belastung statt Stütze

Der Iran-Konflikt dreht die klassische Logik um. Gold profitiert nicht. Das CME-FedWatch-Tool zeigt null Zinssenkungen für 2026 als wahrscheinlichstes Szenario. Vom Februarhoch bei 5.275 Dollar fiel Gold binnen zehn Wochen auf 4.735 Dollar — ein Minus von 540 Dollar.

„Der Energieversorgungsschock hat die Hoffnungen auf niedrigere US-Zinsen zunichte gemacht“, erklärt Amy Gower von Morgan Stanley. „Gold funktioniert diesmal nicht als sicherer Hafen.“

Steigende Ölpreise treiben die Inflation. Höhere Zinsen belasten das zinslose Metall. Das Paradox: Geopolitische Spannungen drücken den Goldpreis, anstatt ihn zu stützen.

Wichtige Streitpunkte zwischen Washington und Teheran bleiben ungelöst. Der Iran beharrt auf der Kontrolle der Straße von Hormus und dem Erhalt seines Atomprogramms. Trump lehnt eine Lockerung der Sanktionen ab. Friedensverhandlungen stocken.

Zentralbanken kaufen gegen den Trend

Die Nachfrageseite liefert strukturelle Unterstützung. Der World Gold Council meldet für Q1 2026 weltweite Netto-Käufe der Zentralbanken von 244 Tonnen.

China kaufte im April 8 Tonnen Gold — der stärkste Monatszukauf seit Dezember 2024. Die Kaufserie läuft seit 18 Monaten. Auch Polen, Usbekistan und Ghana bauen ihre Goldreserven aus.

Der Wendepunkt liegt vier Jahre zurück. Die Einfrierung von 300 Milliarden Dollar russischer Zentralbankguthaben 2022 hat das Reservemanagement vieler Länder dauerhaft verändert. Gold ist immun gegen solche Maßnahmen. Es liegt physisch im eigenen Land. Keine fremde Jurisdiktion kann es sperren.

Ein Gegenbeispiel kommt aus Ankara. Die Türkei gehörte 2025 zu den größten Goldkäufern. In den ersten zwei Monaten 2026 verkaufte sie bereits 8,1 Tonnen. Ankara nutzt seine Goldreserven, um die Lira zu stützen und die lokale Goldnachfrage zu dämpfen.

Analystenziele: 5.200 bis 6.300 Dollar

Die Jahresendziele der großen Häuser reichen von 5.200 Dollar (Morgan Stanley, nach Abwärtsrevision) bis 6.300 Dollar (J.P. Morgan). Die Reuters-Quartalsumfrage vom April ergab einen mittleren Jahresdurchschnitt von 4.916 Dollar.

Goldman Sachs hält an 5.400 Dollar fest. Basis: anhaltende Zentralbankkäufe zur Diversifizierung weg vom Dollar. Rund 70 Prozent der bei Goldman befragten Zentralbanken erwarten steigende globale Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten.

Gemeinsame Abwärtsrisiken: eine hawkische Fed-Wende, Dollar-Stärke, langsamere Käufe des offiziellen Sektors und geopolitische Deeskalation.

Auf der Angebotsseite gibt es Bewegung. Chinas Goldproduktion fiel im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr. Sicherheitsinspektionen zwangen einige Schmelzhütten zur Unterbrechung des Betriebs.

Die Frage bleibt: Kann der strukturelle Rückhalt durch Zentralbanken den kurzfristigen Gegenwind aus dem Iran-Konflikt und der restriktiven Fed-Politik ausgleichen? Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die Erholung vom Mittwochstief trägt oder ob Gold erneut unter 4.400 Dollar rutscht.

Anzeige

Stand heute, 18. Oktober: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 18. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Gold: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Gold Rohstoff

4.186,70 USD

+ 16,60 USD +0,40 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

Community Forum zu Gold

Ähnliche Artikel

Rolls-Royce Aktie: Wartungs-Angst?

Rolls-Royce Aktie: Wartungs-Angst?

Rüstung & Luftfahrt ·
Standard Lithium Aktie: Absatzvertrag oder Luftbuchung?

Standard Lithium Aktie: Absatzvertrag oder Luftbuchung?

Rohstoffe ·
Hensoldt Aktie: Radaraufträge aus Brüssel?

Hensoldt Aktie: Radaraufträge aus Brüssel?

Rüstung & Luftfahrt ·
Nel ASA Aktie: PEM-Umsatz wächst, Gesamterlöse brechen ein

Nel ASA Aktie: PEM-Umsatz wächst, Gesamterlöse brechen ein

Wasserstoff ·
Partners Group Aktie: Klauseln sperren Hedgefonds bei Breitling

Partners Group Aktie: Klauseln sperren Hedgefonds bei Breitling

Anleihen ·

Weitere Artikel zu Gold

Alle Artikel anzeigen
Gold: Nur Verschnaufpause?

Gold: Nur Verschnaufpause?

Forex ·
Gold: ETF-Zuflüsse auf Rekord trotz Preisschwäche

Gold: ETF-Zuflüsse auf Rekord trotz Preisschwäche

ETFs ·
Gold: Inflationsdaten am 14. Oktober entscheidend

Gold: Inflationsdaten am 14. Oktober entscheidend

Gold & Edelmetalle ·
Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Gold: 4.256 Tonnen neuer Rekordbestand

Forex ·
Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold: Valcambi plant Raffinerie in Hongkong

Gold & Edelmetalle ·