Gold: Zentralbanken treiben auf 4.401 Dollar

Gold erreicht mit 4.401 Dollar ein neues Allzeithoch. Notenbanken kaufen weiter, während der schwache Dollar den Preis zusätzlich stützt.

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Ein glänzender Goldbarren auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche in professioneller Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis erreicht neues Rekordhoch
  • Zentralbanken erhöhen systematisch ihre Reserven
  • Dollar-Schwäche stützt Edelmetall-Rallye
  • Charttechnik signalisiert weiteres Kurspotenzial

Gold schließt die Woche bei 4.401,40 US-Dollar. Das Edelmetall legt binnen sieben Tagen um 7,39 Prozent zu. Zwei Kräfte tragen die Rallye: schwache Dollar-Nachfrage und ungebrochener Kaufhunger der Zentralbanken.

Notenbanken kaufen systematisch zu

Zentralbanken bauen ihre Goldreserven weiter aus. Das zeigen aktuelle Daten des World Gold Councils. Rund 45 Prozent der Notenbanken planen laut jüngster Umfrage, ihre Bestände in den nächsten zwölf Monaten weiter zu erhöhen.

Polen tritt zuletzt besonders aktiv als Käufer auf. China bleibt ebenfalls ein Schwergewicht am Markt. Die chinesischen Goldimporte stiegen im Mai auf 163 Tonnen – der höchste Stand seit über zwei Jahren. Die chinesische Notenbank weitet ihre Reserven bereits den 19. Monat in Folge aus.

Diese physische Nachfrage schafft einen stabilen Boden für den Goldpreis. Selbst wenn Konjunkturdaten für kurzfristige Schwankungen sorgen, bleibt der Käuferdruck bestehen.

Dollar-Schwäche und Entspannung im Nahen Osten

Iran und Oman einigen sich auf einen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormuz. Das senkt die Risikoprämien an den Rohstoffmärkten spürbar. Der Ölpreis gibt daraufhin nach – Gold profitiert trotzdem, und zwar über einen Umweg.

Der US-Dollar-Index fällt im Zuge der Entspannung auf rund 99,8 Punkte. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger. Zusätzlich sinken die Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Das drückt die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall und stützt den Aufwärtstrend zusätzlich.

Charttechnik zeigt Kaufsignal, RSI mahnt zur Vorsicht

Gold durchbricht nachhaltig die Widerstandszone bei 4.200 US-Dollar. Analysten sehen nun die Marke von 4.400 US-Dollar als nächste Hürde. Gelingt der Ausbruch, rücken Kursziele zwischen 4.500 und 4.600 US-Dollar in Reichweite – so die Prognosen von J.P. Morgan und der Deutschen Bank für das vierte Quartal 2026.

Ein Warnsignal liefert der Relative-Stärke-Index: Er steht bei 66,5 Punkten und nähert sich der überkauften Zone. Kurzfristige Rücksetzer sind damit nicht ausgeschlossen, auch wenn der übergeordnete Trend intakt bleibt.

Die kommende Handelswoche bringt die Entscheidung über die nächste Richtung. Am Mittwoch, den 12. August, veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreisdaten. Kühlt die Inflation weiter ab, dürfte die Fed-Zinssenkungsfantasie zunehmen – und Gold neuen Schub bekommen. Mehrere Reden von Fed-Vertretern in derselben Woche könnten die Markterwartungen zusätzlich verschieben.

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