Gold: Zentralbankkäufe erreichen 289 Tonnen

Rekordkäufe der Notenbanken und steigende Spekulationen treiben Gold auf neue Höhen. Anleiherückkäufe der USA beflügeln den Preis zusätzlich.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Zentralbanken kaufen Rekordmenge Gold
  • Spekulanten erhöhen Wetten auf Goldpreis
  • US-Anleiherückkäufe schwächen Dollar
  • Minengesellschaften profitieren von hohen Preisen

Die Nachfrage nach Gold erhält Unterstützung von zwei Seiten gleichzeitig: institutionellen Käufern mit langem Anlagehorizont und kurzfristig orientierten Terminmarkt-Spekulanten. Diese Kombination erklärt, warum der Goldpreis trotz bereits erreichter Rekordregionen weiter aufwärts tendiert.

Der World Gold Council bezifferte gemeinsam mit der Deutschen Bank die Zentralbankkäufe im zweiten Quartal 2026 auf einen Rekordwert von 289 Tonnen. Angeführt wurde die Käuferliste von der Nationalbank Polens, die ihre Bestände im ersten Halbjahr um 82 Tonnen aufstockte, gefolgt von China mit einem Zuwachs von 40 Tonnen.

Diese Käufe strukturell orientierter Notenbanken gelten als tragender Pfeiler der langfristigen Goldnachfrage, unabhängig von kurzfristigen Zinserwartungen.

Parallel dazu signalisiert der wöchentliche Commitments-of-Traders-Bericht der CFTC eine anhaltend bullische Stimmung unter spekulativen Anlegern. Zum Stichtag 18. August stiegen die Netto-Long-Positionen bei Gold-Futures auf 222.200 Kontrakte, nach 217.900 in der Vorwoche. Terminhändler bauen ihre Wetten auf steigende Preise damit weiter aus, statt nach der jüngsten Rally Gewinne mitzunehmen.

Anleiherückkäufe als kurzfristiger Katalysator

Einen konkreten Kursschub lieferte am Freitag eine geldpolitische Maßnahme abseits der Zinsentscheidung: Das US-Finanzministerium kündigte eine Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen an. Die Folge waren sinkende Renditen und ein schwächerer Dollar, was den Goldpreis binnen eines Tages um über 4 Prozent nach oben trieb. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 4.661,60 US-Dollar, ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg auf 5,2 Prozent, über 30 Tage sind es 13 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 70,5 signalisiert eine überkaufte Marktlage, was kurzfristige Rücksetzer wahrscheinlicher macht, auch wenn der übergeordnete Trend intakt bleibt. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 US-Dollar, erreicht Ende Januar, fehlen dem aktuellen Kurs noch 17 Prozent.

Minengesellschaften profitieren von hohen Realpreisen

Die Kursentwicklung schlägt sich direkt in den Bilanzen der Produzenten nieder. Barrick Mining erzielte im zweiten Quartal 2026 bei einem realisierten Goldpreis von 4.417 US-Dollar je Unze einen bereinigten Nettogewinn von 1,36 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Newmont meldete für denselben Zeitraum eine Produktion von 1,3 Millionen Unzen und einen Rekord-Free-Cashflow von 2,2 Milliarden US-Dollar.

Auch kleinere Explorer richten sich am aktuellen Preisniveau neu aus. Tesoro Gold wies darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeitsstudien für das Projekt El Zorro auf einem Goldpreis von 2.750 US-Dollar basieren, während der Marktpreis inzwischen rund 60 Prozent höher liegt – ein Umstand, den das Unternehmen als erheblichen Neubewertungs-Katalysator einstuft.

Bei den Projektfortschritten meldete Equinox Gold den positiven Genehmigungsbescheid des US Bureau of Land Management für das South-Railroad-Projekt in Nevada; die erste Produktion ist für 2028 mit rund 130.000 Unzen jährlich in den ersten fünf Jahren geplant.

B2Gold erhielt am 7. August die Abbaulizenz für das Projekt Menankoto in Mali, senkte jedoch gleichzeitig die Produktionsprognose für den gesamten Fekola-Komplex 2026 auf 390.000 bis 420.000 Unzen. Discovery Mining bestätigte für das laufende Jahr ein Ziel von 260.000 bis 300.000 Unzen nach einer Quartalsproduktion von 60.269 Unzen.

Die Gemengelage aus robuster Zentralbanknachfrage, wachsenden spekulativen Long-Positionen und einer schwachen Dollar-Dynamik durch die Anleiherückkäufe des Finanzministeriums bildet damit das Fundament der aktuellen Goldstärke – getragen von strukturellen Käufern ebenso wie von kurzfristig reagierenden Marktteilnehmern.

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