Gold: Zinsangst bremst Rally
Schwache US-Jobdaten veränderten die Zinserwartungen kaum; Dollar und Anleiherenditen belasten den Goldpreis weiterhin.

Kurz zusammengefasst
- Gold verliert auf Wochenbasis über zwei Prozent
- Dollar nahe einem 17-Monats-Hoch
- Zehnjährige US-Rendite erreicht höchsten Stand seit 2002
- September-Jobzuwachs bleibt hinter Erwartungen zurück
Gold steuert auf die zweite Verlustwoche in Folge zu. Ein starker Dollar und Rekordrenditen am Anleihemarkt belasten das Edelmetall, während alle Augen auf den US-Arbeitsmarktbericht gerichtet sind. Die Daten könnten über den nächsten Zinsschritt der Fed mitentscheiden.
Dollar und Renditen drücken
Der Spotpreis lag am Morgen leicht im Plus bei rund 4.182 Dollar je Feinunze, der Dezember-Future bei etwa 4.212 Dollar. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von mehr als 2 Prozent. Der Dollar-Index notiert nahe einem 17-Monats-Hoch und verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums.
Zusätzlich lastet der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag zeitweise 5,344 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Ein zinsloses Metall wie Gold wird damit im Vergleich weniger attraktiv.
Jobdaten drehen die Zinserwartung
Die Fed hatte im September die Leitzinsen erstmals seit drei Jahren um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben und weitere Schritte nicht ausgeschlossen. Zuletzt schwächere Inflationsdaten und zurückhaltende Töne aus der Notenbank senkten jedoch die Erwartungen. Die Marktpreise signalisieren für Oktober nur noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 28 Prozent, vor einer Woche waren es 69 Prozent.
Dann kamen die Arbeitsmarktzahlen. Im September entstanden deutlich weniger Stellen als erwartet, Ökonomen hatten mit knapp 90.000 gerechnet. Die Daten dämpften die Zinsspekulation, der Dollar gab nach, der Euro legte auf rund 1,128 Dollar zu. Der Goldpreis reagierte kaum und lag am Nachmittag bei 4.177 Dollar.
Geopolitik als Gegengewicht
Für Unterstützung könnte die Lage im Nahen Osten sorgen. Die Entsendung eines weiteren US-Flugzeugträgers verschärft die Sorge vor einer Eskalation mit dem Iran. Das treibt den Ölpreis, Brent notiert über 100 Dollar. Allerdings wirkt der Effekt zweischneidig: Teurere Energie befeuert die Inflation, hält die Renditen hoch und stärkt damit genau jene Kräfte, die Gold bremsen.
Am Abend veröffentlicht die Aufsichtsbehörde CFTC um 21.30 Uhr ihren wöchentlichen Positionierungsbericht zu Gold-Futures. Er zeigt, ob spekulative Anleger ihre Wetten nach der schwachen Woche zurückfahren.
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