Gold: Zwischen NFP-Schock und Iran-Risiko

Der Goldpreis steht zwischen einem überraschend robusten US-Arbeitsmarkt, der Zinssenkungen unwahrscheinlich macht, und geopolitischen Risiken durch den Iran-Konflikt. Die technische Analyse zeigt entscheidende Widerstände und Unterstützungen für die neue Woche.

Dieter Jaworski ·
Goldpreis LBMA Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Starker US-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen deutlich
  • Geopolitische Risikoprämie durch Iran-Konflikt
  • Technische Analyse zeigt 200-Tage-Linie als Schlüsselwiderstand
  • ETF-Flüsse zeigen gemischtes Bild bei Anlegerstimmung

Die Märkte waren am Karfreitag geschlossen – die Daten kamen trotzdem. Der US-Arbeitsmarktbericht für März überraschte mit 178.000 neu geschaffenen Stellen massiv nach oben, während Analysten lediglich 59.000 bis 65.000 erwartet hatten. Gold verharrte bei rund 4.675 Dollar je Feinunze, ohne die volle Marktreaktion zeigen zu können. Diese dürfte erst zur Eröffnung am Montag sichtbar werden.

Zwei Kräfte, eine Richtung offen

Für Gold ergibt sich daraus ein klassisches Spannungsfeld. Ein starker Arbeitsmarkt reduziert den Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken. Der Dollar bleibt gestützt, die 10-Jahres-Treasury-Rendite hält sich stabil bei 4,85 Prozent – beides belastet den Goldpreis strukturell. Laut CME FedWatch besteht derzeit keine Chance auf eine Zinssenkung im April.

Gleichzeitig treibt der Iran-Konflikt eine geopolitische Risikoprämie in den Markt. WTI-Rohöl stieg über 115 Dollar, doch Gold agierte nicht als klassischer sicherer Hafen. Die hohen Treasury-Renditen machen zinsgebundene Anlagen schlicht attraktiver – selbst in Krisenzeiten.

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Technisches Bild vor der Wocheneröffnung

Charttechnisch startet Gold die neue Woche oberhalb der Fibonacci-Unterstützung bei 4.631 Dollar. Solange dieses Niveau hält, bleibt die Erholung intakt. Der entscheidende Widerstand liegt beim 200-Tage-Durchschnitt bei 4.704 Dollar. Gelingt der Ausbruch darüber, wären 4.805 und anschließend 4.993 Dollar die nächsten Ziele. Ein Schlusskurs unter 4.631 Dollar könnte hingegen einen Rückfall bis auf 4.500 Dollar einleiten. Der RSI notiert neutral bei 52 – kein klares Signal in die eine oder andere Richtung.

Bei den ETF-Flüssen zeigt sich ein gemischtes Bild: Während GLD am 1. April rund 550 Millionen Dollar frische Zuflüsse verzeichnete, verkauften Privatanleger den Fonds in den sechs vorangegangenen Handelstagen per saldo mit einem Nettominus von etwa 10,5 Millionen Dollar.

Datendichte Woche steht bevor

Die Woche ab dem 6. April bringt gleich mehrere marktbewegende Ereignisse: Am 8. April werden die FOMC-Protokolle veröffentlicht, hinzu kommen die US-BIP-Daten für das vierte Quartal sowie der Verbraucherpreisindex. Diese Daten werden zeigen, ob der starke März-Arbeitsmarkt eine nachhaltige Trendwende signalisiert oder lediglich einen Rebound nach dem schwachen Februar darstellt – und damit, wie viel Spielraum Gold nach oben tatsächlich hat.

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