Goldman Sachs Aktie: Ölpreis-Prognose nach oben
Die Bank setzt für Dezember 105 Dollar und für 2027 durchschnittlich 88 Dollar je Barrel an; ein Risikoszenario sieht 130 Dollar vor.

Kurz zusammengefasst
- Dezember-Prognose steigt auf 105 Dollar
- Jahresmittel 2027 nun bei 88 Dollar
- Risikoszenario kalkuliert mit 130 Dollar
- Schnelle Erholung könnte Preise drücken
Goldman Sachs dreht an der Ölpreisschraube. Die Investmentbank hebt ihre Brent-Prognosen deutlich an und spielt für 2027 ein Extremszenario durch, in dem der Preis auf durchschnittlich 130 Dollar je Barrel steigt. Auslöser ist die Lage am Persischen Golf, die kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November angespannt bleibt.
Höhere Prognosen für Dezember und 2027
Für Dezember erwartet die Bank nun 105 Dollar je Barrel, zuvor waren es 90 Dollar. Für 2027 steigt die Durchschnittsprognose von 80 auf 88 Dollar. Darin eingepreist ist ein möglicher weltweiter Lieferausfall von einer Million Barrel täglich.
Das Szenario mit 130 Dollar ist das Risikoszenario. Es unterstellt, dass die Fördermengen am Persischen Golf dauerhaft um 3,5 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau bleiben. Kommt dagegen eine schnelle Erholung, sieht Goldman Preise zwischen 60 und 69 Dollar.
Die Bank steht mit ihrer Einschätzung nicht allein. Morgan Stanley und ANZ haben ihre Ziele ebenfalls auf 105 Dollar angehoben, die UBS erwartet zum Jahresende 110 Dollar.
Diplomatie drückt kurzfristig auf den Preis
Am Montag gab Brent zeitweise um mehr als 3 Prozent nach und rutschte unter 110 Dollar. Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung stützen den Rückgang: Iranische und katarische Vertreter sprachen zuletzt den dritten Tag in Folge miteinander. US-Präsident Donald Trump will der Diplomatie offenbar zunächst den Vorzug geben, hält sich militärische Optionen aber offen.
Die Ruhe wirkt allerdings brüchig. Trump hat wiederholt mit neuen Angriffen nach der Wahl gedroht, Teheran bereitet seine Kommandeure auf eine erneute Konfrontation vor. Hinzu kommen Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus. Zwar nähern sich die Rohölexporte der Region wieder dem Vorkriegsniveau, bei raffinierten Produkten bleiben die Engpässe jedoch spürbar. Das treibt vor allem die Dieselpreise.
Was das für Goldman bedeutet
Für die Aktie selbst liefern die Prognosen keinen unmittelbaren Impuls. Sie unterstreichen aber die Rolle der Bank als einflussreiche Stimme am Rohstoffmarkt, deren Szenarien Händler und Industriekunden genau verfolgen.
Der nächste Prüfstein ist der Dienstag: Nach den US-Zwischenwahlen am 3. November zeigt sich, ob Washington den Gesprächen weiter Zeit gibt oder die angedrohte neue Kampfrunde beginnt. Davon hängt ab, ob Brent Richtung der Goldman-Marke von 105 Dollar tendiert oder in Richtung der Erholungsszenarien fällt.
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