Goldpreis LBMA: $4.536 auf Monatstief

Gold fällt auf tiefsten Stand seit einem Monat. Fed-Zinspause und blockierte Ölroute setzen das Edelmetall unter Druck.

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Goldpreis LBMA Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Feinunze fällt auf 4.536 Dollar
  • Fed belässt Leitzins unverändert
  • Ölversorgung durch Hormuz-Krise gestört
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold

Geopolitische Eskalationen treiben klassischerweise den Goldpreis. Aktuell erleben Anleger das genaue Gegenteil. Eine blockierte Öllieferkette und hartnäckige Zinsen der US-Notenbank drücken das Edelmetall auf den tiefsten Stand seit einem Monat.

Am Donnerstagmorgen notiert die Feinunze am Spotmarkt bei rund 4.536 US-Dollar. Das summiert sich auf ein spürbares Wochenminus. Auslöser für den Abwärtsdruck ist primär die US-Notenbank. Das FOMC-Gremium entschied am Mittwoch mehrheitlich, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent einzufrieren. Überraschend kündigte Jerome Powell an, vorerst im Direktorium der Notenbank zu verbleiben.

Der Hintergrund für die Zinspause ist ein handfester Angebotsschock. Die Schließung der Meerenge von Hormuz hat ein Fünftel der globalen Ölversorgung abgeschnitten. Brent-Rohöl hält sich infolgedessen über der Marke von 110 US-Dollar. Hohe Energiepreise zementieren die Inflationserwartungen und zwingen die Fed zum Abwarten. Erhöhte Realzinsen machen das zinslose Gold im Gegenzug unattraktiver.

Starke Nachfrage trifft auf schwache Charttechnik

Auf der physischen Seite stützen Zentralbanken den Markt. Laut dem World Gold Council stieg die globale Nachfrage im ersten Quartal auf 1.231 Tonnen. Durch das hohe Preisniveau explodierte der Wert dieser Käufe auf den Rekordwert von 193 Milliarden US-Dollar. Allein die Notenbanken kauften netto 244 Tonnen auf, wobei Polen als aggressivster Käufer auftrat.

Das charttechnische Bild trübt sich parallel dazu ein. Gold ist unter die 200-Stunden-Linie gerutscht und hat wichtiges Momentum verloren. Die ehemalige Unterstützungszone bei 4.670 US-Dollar fungiert nun als massiver Widerstand. Fällt der Kurs unter das jüngste Tief von 4.555 US-Dollar, drohen weitere Abverkäufe.

US-Wirtschaftsdaten geben die Richtung vor

Für den weiteren Wochenverlauf rücken makroökonomische Daten in den Fokus. Am heutigen Donnerstag veröffentlicht die US-Regierung die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal. Das GDPNow-Modell der Atlanta Fed signalisiert aktuell ein schwaches Wachstum von lediglich 1,24 Prozent.

Fällt das BIP tatsächlich so niedrig aus, dürfte das die Zinssenkungsfantasien neu entfachen und den Goldpreis stützen. Starke Daten würden hingegen das „Higher-for-Longer“-Narrativ der Notenbank bestätigen und die Korrekturphase des Edelmetalls verlängern.

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