Gorilla Technology Aktie: Geldgeber holt sich Wandlungsrechte

Die erste Tranche bringt rund 24,2 Millionen US-Dollar netto; variable Wandlungsrechte und weitere Aktienrechte bergen Verwässerungspotenzial.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung finanzieller Verwässerung durch zerbrechende Glaskonstruktionen in gedämpftem Licht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erste Finanzierungstranche über 25 Millionen US-Dollar
  • Nettozufluss von etwa 24,2 Millionen US-Dollar
  • Wandelpreis kann den Aktienbedarf erhöhen
  • Aktionärsversammlung zur Aktienrahmen-Erweiterung geplant

Gorilla Technology hat heute eine Finanzierung über zunächst 25 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Sie soll vor allem Vorauszahlungen für Rechenzentrumskapazität und Ausrüstung ermöglichen. Der Rahmen reicht bis zu 100 Mio. US-Dollar. Für Aktionäre zählt allerdings nicht nur die zusätzliche Liquidität: Variable Wandlungsrechte und weitere Aktienrechte schaffen erhebliches Verwässerungspotenzial.

Zusätzliche Liquidität mit Bedingungen

Die gestern vereinbarte Finanzierung stammt von einem institutionellen Investor. Weitere Tranchen sind nicht fest zugesagt. Sie setzen die gegenseitige Zustimmung und die Erfüllung vertraglicher Bedingungen voraus. Der gesamte Finanzierungsrahmen steht Gorilla damit nicht automatisch zur Verfügung.

Der ersten Auszahlung steht eine Wandelanleihe mit einem Nennbetrag von 27,775 Mio. US-Dollar gegenüber. Der Nettoerlös beträgt nach einer Gebühr von 3% und Rechtskosten etwa 24,2 Mio. US-Dollar. Weitere geschätzte Kosten sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Damit unterscheiden sich der tatsächlich verfügbare Mittelzufluss und die verbriefte Verpflichtung deutlich. Die Finanzierung lässt sich deshalb nicht allein anhand ihres Zinses beurteilen. Für Aktionäre sind ebenso die Wandlungsbedingungen und die zusätzlichen Aktienrechte entscheidend.

Die Anleihe ist mit 0% unverzinst und am 29. Oktober 2027 fällig. Bei einem Zahlungsausfall werden 120% des ausstehenden Nennbetrags fällig.

Der Verwendungszweck verbindet die Kapitalaufnahme unmittelbar mit dem geplanten Kapazitätsausbau. Gorilla will damit Anzahlungen zur Sicherung von Rechenzentrumskapazität und Ausrüstung leisten. Verbleibende Mittel sind für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen.

Variable Wandlung schafft Verwässerungsrisiko

Der feste Wandlungspreis beträgt 17,5308 US-Dollar je Aktie. Daneben besteht eine variable Wandlungsmöglichkeit mit einem Mindestpreis von 3,858 US-Dollar. Für diese Alternative gilt eine monatliche Obergrenze von 6 Mio. US-Dollar.

Die variable Preisformel macht den späteren Aktienbedarf vom Börsenkurs abhängig. Sinkt der maßgebliche Wandlungspreis, können für denselben umzuwandelnden Betrag mehr Aktien erforderlich werden. Der Mindestpreis begrenzt diesen Mechanismus nach unten.

Konkret beträgt der alternative Wandlungspreis 90% des Durchschnitts der drei niedrigsten volumengewichteten Durchschnittskurse aus den vorherigen 20 Handelstagen.

Damit orientiert sich die Alternative nicht am einfachen Durchschnitt des gesamten Beobachtungszeitraums. Sie greift gezielt auf dessen niedrigste Tageswerte zurück. Für bestehende Aktionäre ist diese Vertragsklausel deshalb ein zentraler Bestandteil der Risikobewertung.

Im Umfeld der Finanzierungsnachricht fällt die Aktie heute vorbörslich um -13% auf 7,98 USD. Die zusätzliche Liquidität geht somit bislang nicht mit einer positiven Kursreaktion einher.

Weitere Aktienrechte und geplante Sonderversammlung

Zur Vereinbarung gehören neben der Wandelanleihe weitere Rechte auf Aktien. Das mögliche Verwässerungspotenzial beschränkt sich daher nicht auf eine spätere Umwandlung der Schuldverschreibung.

Der Investor erhält einen sofort ausübbaren Warrant über 850.612 Aktien. Der Ausübungspreis liegt bei 12,8995 US-Dollar. Die Laufzeit endet am 29. Oktober 2031.

Hinzu kommen Vorab-Aktien. Diese sind von den Aktien zu unterscheiden, die erst durch eine Wandlung oder die Ausübung des Warrants entstehen könnten.

Vereinbart wurden 1 Mio. Vorab-Aktien für insgesamt 1.000 US-Dollar.

Auch die geplante Erweiterung des genehmigten Aktienrahmens ist für Anleger wichtig. Sie ist noch kein Beschluss und bedeutet für sich genommen keine vollständige Ausgabe zusätzlicher Aktien.

Gorilla plant binnen 75 Tagen eine Aktionärsversammlung. Diese soll die Erhöhung der genehmigten Aktien von 73,5 Mio. auf 200 Mio. beschließen.

Die Finanzierung verschafft Gorilla Mittel für konkrete Ausbauvorhaben. Ihr Preis besteht jedoch nicht allein aus Gebühren und Rückzahlungsverpflichtungen. Entscheidend für bestehende Aktionäre wird auch sein, in welchem Umfang die Wandlungs- und Aktienrechte tatsächlich genutzt werden. Die mögliche Gesamtfinanzierung bleibt zugleich an weitere Vereinbarungen und Bedingungen gebunden.

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Gorilla Technology Aktie

7,69 USD

– 1,45 USD -15,86 %
KGV —
KUV 2,31
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 214,58 Mio. USD
ISIN: KYG4000K1756

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