Graphite One Aktie: 70 Prozent mehr Short-Positionen
Graphite One verliert 2026 über die Hälfte an Wert, während Shortseller zunehmen. Operative Meilensteine und Q2-Zahlen stehen im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von 57 Prozent seit Jahresbeginn
- Short-Positionen steigen um 70 Prozent
- Umweltprüfung für Alaska-Projekt eingeleitet
- Q2-Zahlen am 14. August erwartet
Graphite One kommt an der Börse nicht aus der Defensive. Am 6. August rutschte die Aktie um 4,6 Prozent ab, bei laut Medienberichten nur dünnem Handelsvolumen von 85.550 Stück. Der Rückgang setzt einen Abwärtstrend fort, der die Aktie im laufenden Jahr bereits rund die Hälfte ihres Wertes gekostet hat – und das, obwohl das Unternehmen zuletzt mehrere regulatorische Fortschritte verbuchen konnte.
Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 0,5400 Euro, ein Minus von 0,37 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 56,97 Prozent zu Buche, der Kurs liegt zudem 9,82 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Die Kluft zwischen operativen Meilensteinen und Kursentwicklung wird damit immer deutlicher.
Short-Positionen steigen deutlich
Ein Baustein der schwachen Kursentwicklung dürfte die wachsende Skepsis unter Spekulanten sein. Die Short-Positionen in den an der OTC-Börse gehandelten Aktien des Unternehmens (Kürzel GPHOF) legten im Juli laut Medienberichten um 70,0 Prozent zu. Auch die technische Analyse fällt zurückhaltend aus: Investtech senkte am 4. August seine Einschätzung und begründete dies mit einem schwachen technischen Score sowie einem mittelfristigen Abwärtstrend – eine automatisierte Bewertung, die die fundamentale Story des Unternehmens allerdings nicht direkt berührt.
Genehmigungsverfahren kommen voran
Auf der operativen Seite zeichnet sich ein anderes Bild. Die Umweltbehörde von Ohio hat den Antrag von Graphite One für eine Luftgenehmigung der geplanten Anlage für aktives Anodenmaterial (AAM) in Conneaut Mitte Juli als vollständig eingestuft und die formale technische Prüfung eingeleitet. Für das Alaska-Projekt „Graphite Creek“ hat der US Army Corps of Engineers das Verfahren Anfang Juli auf den Pfad einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung überführt. Nach Unternehmensangaben soll dies den für 2029 geplanten Produktionsstart nicht verzögern. Die endgültige föderale Genehmigungsentscheidung für Graphite Creek wird laut dem Federal Permitting Dashboard bis zum 29. September im Rahmen des FAST-41-Programms erwartet.
Parallel dazu bekräftigte Graphite One Ende Juli seine Ausrichtung an der Executive Order des Weißen Hauses zu kritischen Mineralien und verwies auf laufende Gespräche mit dem Energieministerium, der EXIM Bank und dem Verteidigungsministerium über eine mögliche Finanzierung der Anlagen in Alaska und Ohio.
Kapitalstruktur und Ausblick
Ende Juni billigten die Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung zudem einen fakultativen Reverse-Split im Verhältnis 10 zu 1, der eine mögliche künftige Notierung an der NYSE oder der NASDAQ erleichtern soll. Der Vorstand will die Maßnahme nur umsetzen, falls ein solches Listing tatsächlich verfolgt wird. Gleichzeitig gewährte das Board dem Management umfangreiche Restricted und Performance Share Units mit Vesting-Zeiträumen bis 2029 – ein Signal für den langen Zeithorizont, den das Unternehmen für seine Projekte veranschlagt.
Im Fokus der Anleger steht nun der 14. August: An diesem Tag legt Graphite One die Finanzzahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Erwartet werden Details zur Finanzierung der integrierten Lieferkettenprojekte in Alaska und Ohio – ein Punkt, der angesichts der laufenden Gespräche mit US-Behörden für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein dürfte.
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