Graphite One Aktie: 8,46 Prozent Sprung nach HV-Beschlüssen
Nach starken Verlusten legt Graphite One zu. Aktionäre stimmen für möglichen Aktienzusammenlegung und neues Vergütungspaket.

Kurz zusammengefasst
- Kurssprung um über acht Prozent
- Aktionäre genehmigen Vorstandsbeschlüsse
- Möglicher Aktienzusammenschluss beschlossen
- Fokus auf Alaska-Projekt und Ohio-Anlage
Graphite One meldet sich zurück. Die Aktie springt am Mittwoch um 8,46 Prozent auf 0,64 Euro, nach einem Dienstagsschluss bei 0,59 Euro. Ausgelöst wurde die Bewegung durch die Ergebnisse der Hauptversammlung, die das Unternehmen in dieser Woche veröffentlicht hat.
Aktionäre stimmen wichtigen Beschlüssen zu
Am 26. Juni 2026 traf sich Graphite One in Vancouver mit seinen Aktionären. Alle Anträge fanden die nötige Mehrheit. Dazu zählen die Wahl sämtlicher Vorstandskandidaten, die Wiederbestellung von PricewaterhouseCoopers als Wirtschaftsprüfer und die Bestätigung des erweiterten Anreizprogramms für Führungskräfte.
Besonders bemerkenswert: Die Aktionäre erteilten dem Vorstand die Vollmacht für einen möglichen Aktienzusammenschluss. Bis zu zehn alte Aktien könnten dabei zu einer neuen zusammengelegt werden. Graphite One betont jedoch, diese Option nur im Bedarfsfall zu nutzen — etwa um Listing-Anforderungen der NYSE oder NASDAQ zu erfüllen. Die TSXV muss dem Schritt zudem noch zustimmen.
Parallel zur Abstimmung über den Aktienzusammenschluss aktivierte der Vorstand ein neues Vergütungspaket. Das Führungsteam erhält rund 2,81 Millionen Restricted Share Units und ebenso viele Performance Share Units. Ein Berater bekommt zusätzlich eine Million RSUs. Die RSUs des Managements laufen in drei gleichen Tranchen aus, die PSUs erst 2029 und nur bei Erreichen bestimmter Leistungsziele.
Der Absturz vor der Erholung
Die Tage vor dem Kurssprung waren geprägt von starkem Verkaufsdruck. Der Relative-Stärke-Index war bis auf 29,5 gefallen — ein klares Signal für überverkaufte Bedingungen. Am Montag hatte die Aktie noch bei 0,61 Euro geschlossen, der RSI lag damals bei 33.
Der Sprung auf 0,64 Euro hebt den RSI nun auf 45,2. Das liegt zwar noch unter der neutralen Marke, aber deutlich über den extremen Tiefstständen von Anfang der Woche. Zur Einordnung: Die Aktie notiert weiterhin 8,74 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,70 Euro und 24,11 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,84 Euro. Der übergeordnete Abwärtstrend ist damit trotz des Tagesgewinns nicht gebrochen.
Alaska bleibt der entscheidende Faktor
Die eigentliche Unsicherheit rund um Graphite One hat wenig mit der Hauptversammlung zu tun. Sie liegt im Graphite-Creek-Projekt in Alaska. US-Behörden durchlaufen dort ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren und müssen ihre Umweltprüfungen bis zum 29. September 2026 abschließen. Für Investoren bedeutet dieser Termin ein Alles-oder-Nichts-Risiko.
Auf der Produktionsseite kommt Graphite One derweil voran. Das Unternehmen hat kürzlich einen wichtigen Engineering-Vertrag für seine geplante Verarbeitungsanlage in Ohio unterzeichnet. Ab Ende 2028 sollen dort jährlich 25.000 Tonnen synthetischer Graphit entstehen.
Charttechnisch beobachten Marktteilnehmer vor allem das 52-Wochen-Tief bei 0,42 Euro als kritische Unterstützung. Hält dieses Niveau, könnte ein möglicher Wechsel an eine größere US-Börse als zusätzlicher Kurstreiber wirken.
Die Aktionäre haben nun den Rahmen für einen möglichen Aktienzusammenschluss geschaffen und die Vergütung des Managements an die künftige Kursentwicklung gekoppelt. Der Blick richtet sich damit zurück auf den Genehmigungsfahrplan für Graphite Creek und das Tempo der Bauzustandsfinanzierung in Ohio. Auf Jahressicht steht die Aktie noch immer mit 45,45 Prozent im Minus — und liegt fast 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1,59 Euro aus Ende Januar.
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