Graphite One Aktie: Reverse Split bis 10:1
Graphite One-Aktionäre genehmigen Reverse Split für Börsenwechsel. Das Board erhält Vollmacht zur Vorbereitung einer NYSE-Notierung.

Kurz zusammengefasst
- Reverse Split bis zu zehn zu eins
- Vorbereitung auf NYSE-Notierung
- Neue Aktienpakete für Führungskräfte
- Kurs aktuell 62 Prozent unter Jahreshoch
Graphite One bereitet sich auf einen möglichen Wechsel an eine große US-Börse vor. Die Aktionäre des Grafit-Entwicklers haben dem Board dafür weitreichende Vollmachten erteilt.
Bei der Jahreshauptversammlung am 26. Juni 2026 in Vancouver stimmten die Anteilseigner allen Vorschlägen zu. Dazu zählten die Wahl der Direktoren, die Bestätigung des Wirtschaftsprüfers und ein überarbeiteter Aktienoptionsplan. Der wichtigste Beschluss betrifft jedoch etwas anderes: Das Board darf nun einen Reverse Split im Verhältnis von bis zu zehn zu eins durchführen.
Der Split ist kein Muss, sondern eine Option
Ein Reverse Split bündelt mehrere alte Aktien zu einer neuen. Der Kurs steigt dadurch rechnerisch, die Marktkapitalisierung bleibt gleich. Graphite One braucht diese Option, weil NYSE und NASDAQ Mindestkurse für eine Notierung verlangen.
Das Unternehmen betont: Der Split kommt nur, falls das Board ihn für nötig hält. Über den Zeitpunkt entscheidet das Board vor der nächsten Jahreshauptversammlung. Zusätzlich braucht die Maßnahme noch grünes Licht von der TSX Venture Exchange, wo Graphite One aktuell notiert ist.
Neue Aktienpakete für das Management
Parallel zur Hauptversammlung hat das Board langfristige Vergütungspakete beschlossen. Führungskräfte erhalten rund 2,81 Millionen Restricted Share Units und die gleiche Zahl an Performance Share Units. Ein Berater bekommt zusätzlich eine Million Restricted Share Units.
Nach diesen Zuteilungen hat Graphite One knapp 209 Millionen Aktien im Umlauf. Die Restricted Share Units des Managements vesten in drei Tranchen: im Juni 2027, im Mai 2028 und im Mai 2029. Die Performance Share Units wandeln sich erst 2029 in echte Aktien um — und nur, wenn das Unternehmen bestimmte Kursziele erreicht.
Grafit aus Alaska als strategisches Gut
Graphite One baut an einer heimischen Lieferkette für Anodenmaterial auf. Das Material steckt in Batterien für E-Autos und Energiespeicher. Kern des Projekts ist die Lagerstätte Graphite Creek in Alaska, ergänzt durch eine geplante Fabrik in Ohio.
Die strategische Bedeutung ist hoch: Die USA importieren derzeit ihren gesamten Bedarf an natürlichem Grafit. Ein heimischer Produzent wie Graphite One würde diese Abhängigkeit durchbrechen.
An der Börse zeigt sich davon bisher wenig. Die Aktie notiert bei 0,61 Euro, nach einem Minus von 4,84 Prozent am Donnerstag. Der Kurs liegt damit rund 62 Prozent unter seinem Jahreshoch von 1,59 Euro vom 28. Januar. Allein in den vergangenen 30 Tagen ging es um 14,57 Prozent nach unten, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 48 Prozent zu Buche.
Der RSI von 38 deutet auf keine akute Überverkauft-Situation hin, signalisiert aber anhaltend schwache Nachfrage. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei über 48 Prozent — ein Hinweis auf die Nervosität, mit der der Markt aktuell auf Grafit-Werte blickt. Ob der Reverse Split tatsächlich kommt, entscheidet sich frühestens im Lauf der kommenden Monate, wenn das Board über einen NYSE- oder NASDAQ-Antrag berät.
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