GSK Aktie: 54 Prozent weniger Sterberisiko
GSK überzeugt mit hohen Ansprechraten bei Jideytro und längerem Überleben durch Ris-Rez. Die Aktie gewinnt 4,5 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Jideytro erreicht 94 Prozent Ansprechrate
- Sieben Hirnmetastasen verschwanden vollständig
- Ris-Rez senkt Sterberisiko um 54 Prozent
- Jefferies bestätigt Kaufempfehlung für GSK
Mit überzeugenden klinischen Daten aus der Onkologie hat GSK zum Wochenauftakt das Interesse der Anleger auf sich gezogen. Auf der World Conference on Lung Cancer in Seoul präsentierte das britische Pharmaunternehmen neue Studienergebnisse zu zwei Hoffnungsträgern gegen Lungenkrebs. Am Markt sorgten die Nachrichten für deutlichen Auftrieb: Die Aktie legte heute um 4,5 Prozent auf 21,57 Euro zu.
Starke Ansprechraten bei Jideytro
Im Mittelpunkt stand unter anderem der Wirkstoff Jideytro (Zidesamtinib). In der Phase-I/II-Studie ARROS-1 bei Patienten mit ROS1-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), die zuvor noch keine Behandlung mit Tyrosinkinase-Inhibitoren erhalten hatten, zeigte das Medikament eine Gesamtansprechrate von 94 Prozent.
Bei 15 Prozent der 94 behandelten Patienten bildeten sich die Tumoren vollständig zurück. Nach zwölf Monaten lag das progressionsfreie Überleben bei 90 Prozent.
Besondere Beachtung fanden die Ergebnisse bei Patienten mit Hirnmetastasen. In dieser Gruppe sprachen alle zehn Betroffenen auf die Therapie an, bei sieben von ihnen verschwanden die Metastasen im Gehirn vollständig.
Nach der bereits erfolgten US-Zulassung für vorbehandelte Patienten plant GSK nun noch im laufenden Jahr 2026 einen ergänzenden Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA, um den Einsatz auf die Erstlinientherapie auszuweiten. Zidesamtinib war über die im Juli 2026 vollzogene, 10,6 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Nuvalent in das Portfolio des Konzerns gelangt.
Signifikanter Überlebensvorteil bei kleinzelligem Lungenkrebs
Flankiert wurden die Resultate durch Phase-III-Daten zu Risvutatug-Rezetecan (Ris-Rez), einem von Hansoh Pharma lizenzierten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. In der in China durchgeführten Studie ARTEMIS-008 senkte das Mittel bei Patienten mit rezidiviertem kleinzelligem Lungenkrebs das Sterberisiko im Vergleich zur Standard-Chemotherapie mit Topotecan um 54 Prozent.
Das mediane Gesamtüberleben kletterte von 10,3 Monaten im Kontrollarm auf 18,5 Monate unter Ris-Rez. Auch beim progressionsfreien Überleben schnitt der Antikörper-Kandidat mit median 7,2 Monaten deutlich besser ab als die Vergleichsgruppe mit 3,0 Monaten. Während Hansoh den chinesischen Markt bedient, hält GSK die Rechte für alle Regionen außerhalb Chinas. Ergebnisse einer globalen Phase-III-Studie werden für das kommende Jahr erwartet.
Analysten sehen Potenzial
Analyst Michael Leuchten von Jefferies bestätigte seine Kaufempfehlung für die GSK-Papiere mit einem Kursziel von 2500 Pence. Er hob hervor, dass die Details der ARTEMIS-008-Studie noch besser ausgefallen seien als frühere Daten, und sieht bei Ris-Rez nach wie vor Unterschätzungspotenzial im Markt.
Strategisch kommen die Erfolge zur rechten Zeit. GSK bereitet sich auf den Verlust von Exklusivrechten wichtiger HIV-Präparate gegen Ende des Jahrzehnts vor und baut die eigene Pipeline durch Zukäufe sowie klinische Spätphasenprogramme gezielt um. Mit den Fortschritten bei den Lungenkrebs-Kandidaten untermauert das Management diesen Kurs mit konkreten Daten.
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