H-Power: Graues Ammoniak 60 Prozent teurer
H-Power profitiert von stabilen Kosten für grünes Ammoniak im Iran-Konflikt und meldet erste kommerzielle Erfolge sowie sinkende Verluste.
Kurz zusammengefasst
- Grünes Ammoniak bleibt preisstabil
- Umsatz steigt, Verlust halbiert sich
- Erste Wasserstoff-Verkäufe an Kunden
- Speedy Hire bestellt 15 Generatoren
Der Iran-Konflikt treibt die Preise für graues Ammoniak rasant in die Höhe. Grünes Ammoniak bleibt davon unbeeindruckt. Genau diese Preisstabilität spielt H-Power jetzt in die Karten. Das ehemals als AFC Energy bekannte Unternehmen meldet erste kommerzielle Erfolge.
Grünes Ammoniak als Trumpf
Seit der Eskalation im Nahen Osten verteuerte sich graues Ammoniak um bis zu 60 Prozent. Die grüne Variante verzeichnete laut H-Power lediglich einen Aufschlag von fünf Prozent. Der Grund: Die Produktion hängt an Fixkosten für erneuerbare Energien und nicht an schwankenden Gaspreisen.
Diese Entkopplung stützt das Geschäftsmodell der Briten. Sie wollen Wasserstoff direkt vor Ort aus Ammoniak gewinnen. Stabile Rohstoffkosten machen dieses Konzept für Industriekunden wirtschaftlich planbar.
Weniger Verlust, mehr Umsatz
Die Halbjahreszahlen zeigen ein Unternehmen im Umbruch. Der Umsatz kletterte bis Ende April spürbar auf 253.000 britische Pfund. Parallel dazu halbierte sich der Verlust nach Steuern nahezu auf 5,8 Millionen Pfund.
Entscheidend ist der Blick auf die Liquidität. H-Power verfügt über Barmittel und kurzfristige Anlagen von rund 17,4 Millionen Pfund. Der operative Mittelabfluss sank auf 7,5 Millionen Pfund. Das Management investiert weiterhin stark in die Entwicklung neuer Anlagen.
Erste kommerzielle Aufträge
Die Technik verlässt das reine Teststadium. H-Power verkauft mittlerweile Wasserstoff aus seiner Anlage in Dunsfold an erste Kunden. Die britische Umweltbehörde hatte dafür zuvor die nötige Genehmigung erteilt.
Ein weiterer Meilenstein: Der Partner Speedy Hire bestellte 15 Wasserstoff-Generatoren des Typs LC30. Die Auslieferung hängt noch an der CE-Zertifizierung. Diese erwartet das Management für den Monat August. Das Joint Venture der beiden Firmen rechnet ab Oktober mit einer hohen Auslastung der Geräte.
Hohe Volatilität bleibt
An der Börse spiegelt sich dieser Fortschritt nur teilweise wider. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 0,15 Euro. Seit Jahresbeginn steht zwar ein Plus von knapp 27 Prozent auf der Anzeigetafel. Auf Sicht von zwölf Monaten verbuchen Anleger jedoch einen Verlust von 24 Prozent.
Der Kurs pendelt aktuell zwischen seiner 50-Tage-Linie bei 0,16 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,13 Euro. Mit einer annualisierten Volatilität von über 85 Prozent bleibt das Papier ein hochspekulativer Titel im Bereich der sauberen Energien.
Die Umbenennung in H-Power markiert den Übergang vom reinen Entwickler zum kommerziellen Anbieter. Die sinkende Cash-Burn-Rate und erste Umsätze untermauern diesen Schritt. Der nächste konkrete Katalysator steht im August an. Dann entscheidet die CE-Zertifizierung über den breiten Einsatz der neuen Generatoren.
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